Interview Dolfi Müller, Stadtpräsident Zug


Dolfi Müller

Seit dem 1. Juli 2016 können Bürger der Stadt Zug Leistungen des Einwohneramts bis zu 200 Franken mit der Internetwährung Bitcoins bezahlen, zunächst in einer halbjährigen Pilotphase. Sie haben stets betont, dass Sie mit diesem Projekt vor allem ein Zeichen für die vielen in Zug ansässigen FinTech-Unternehmen setzen wollen. Dennoch, wie wird der neue Service von den „normalen“ Einwohnern angenommen? Können Sie bereits eine erste Bilanz ziehen?

Es haben bereits ein gutes Dutzend Kunden der Einwohnerkontrolle mit Bitcoins bezahlt. Wichtiger ist aber die Botschaft gegen aussen. Die Stadt Zug ist die erste staatliche Institution weltweit, die diesen Schritt gemacht hat.

Mussten Sie für die Einführung viele technische Hürden überwinden?

Die Einführung verlief völlig unproblematisch. Wir brauchten in der Einwohnerkontrolle ein Empfängerhandy, auf das die Bitcoins des Kunden von seinem Handy durch touch übertragen werden können. Allfällige Kursverluste sind abgesichert, indem die Bitcoins innert Kürze in CHF umgewandelt werden.

Wie ist Ihre persönliche Einschätzung zur Zukunft des (Bar-)Geldes?

Heute schon ist der Bargeldanteil am gesamten Geld bei max. 20 %.
Dieser Anteil dürfte sinken. Eine emotionale Bindung zum Bargeld besteht weiterhin. Solange wird es nicht verschwinden.