Eichhörnchen im Baum

Eichhörnchen statt Cybercrime – Die wahre Gefahr für Stromnetze

Was ist klein, flauschig, süß, isst Nüsse und taucht manchmal ganze Städte in Dunkelheit? Ja, die Rede ist vom gemeinen Eichhörnchen. Die possierlichen Nager sehen harmlos aus, sind jedoch statistisch betrachtet eine größere Gefahr für Energienetze, als Hackerangriffe. Während die Angst vor Hackerattacken auf Stromnetze stetig zunimmt, bewegt sich das Eichhörnchen unter dem Radar und hat den Überraschungseffekt auf seiner Seite, wenn es für Stromausfälle sorgt.

Hacker und Nager

In der heutigen Zeit ist das Thema Cybercrime allgegenwärtig, auch in der Energiebranche. Im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung wächst die Angst vor Hackerattacken auf Energienetze und andere kritische Infrastrukturen. So sorgte beispielsweise Ende 2015 ein mutmaßlicher Hackerangriff für einen mehrstündigen Blackout in der west-ukrainischen Region Iwano-Frankiwsk. Bei einer anschließenden Untersuchung der betroffenen Systeme wurde u.a. die  Malware „Black Energy“ entdeckt. Hierbei handelt es sich um einen auf den Energiemarkt spezialisierten Trojaner, der seither von der Energiewirtschaft mit Besorgnis beobachtet wird. Dabei wird häufig vergessen, dass Stromausfälle durch Hackerangriffe äußerst selten vorkommen.  Doch Dank der wachsenden Gefahren der virtuellen Welt beachtet niemand die pelzige Bedrohung aus der Natur: Das Eichhörnchen.

Der Feind trägt Fell

Allerdings bröckelt die niedliche Fassade: Trotz Knopfaugen und Puschelschwanz wurde das Eichhörnchen im vergangenen Jahr als gefährlicher Feind der Stromnetzbetreiber enttarnt. Seit im März 2015 eines der kriminell gut organisierten Nagetiere die Stromversorgung des College of Staten Island in den USA lahmlegte, stehen seine Artgenossen unter strenger Überwachung durch eine speziell zu diesen Zwecken aufgestellte Taskforce, die Website CyberSquirrel1. Die folgende Infografik verdeutlicht, dass dies eine überfällige Maßnahme war.

Statista Infografik CyberSquirrel

Wie die Statistik zeigt, verbünden sich die Eichhörnchen für ihre Coups auch mit anderen Kollegen aus der Tierwelt, vornehmlich mit Vögeln, um auch Luftangriffe ausführen zu können. Es handelt sich also um ein ausgedehntes Untergrund-Netzwerk, das es weiter zu beobachten gilt.

Nicht jede Attacke kommt aus dem Cyberspace

Obgleich die Statistik die tatsächlichen Zahlen der Tierattacken auf Energieversorgungsnetze zeigt, so ist sie dennoch mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Sie soll, genau wie die Website auf der sie basiert, verdeutlichen, dass nicht jeder Zwischenfall mit Hackern in Verbindung gebracht werden sollte. Nicht jede Attacke hat ihre Wurzeln im Cyberspace, sondern kann manchmal auch auf die Natur, in diesem Fall besonders auf putzige kleine Eichhörnchen zurückgeführt werden.

Quelle: Statista.com