Arbeitswelt im Wandel – Was sind die Gründe dafür und wie funktioniert das in der Praxis?


Co-Working, Open Space und Co. sind Innovationen rund um den Arbeitsplatz im Büro.

Unsere Referenten haben sich mit dem Thema Future Workplace & Office auseinandergesetzt und herausgearbeitet, warum die Zeit des Wandels jetzt gekommen ist und vor allem, wie die Neuerungen in der Praxis umgesetzt werden können:

„Arbeitsplätze nehmen heute einen anderen Stellenwert ein und müssen vielfältige Lösungen für immer komplexere Aufgaben bieten.“, sagt Mike Herud, SCOPE Architekten GmbH. „Durch eine Gesellschaft, deren Arbeit immer weniger an Ort und Zeit gebunden ist, wächst die Bedeutung des Büros als Ort der Kollaboration und des direkten Wissenstransfers.“

Hier setzt auch Christian Dzieia von der adidas Group an: „Wir wollen Räume und Gebäude schaffen, in denen die Mitarbeiter kollidieren. Wir müssen die Meetingkultur hinter uns lassen. Unser Arbeitsumfeld muss uns verbinden und Gründe schaffen, damit wir uns bewegen.“

„Erfrischende Szenenwechsel und zufällige Begegnungen innerhalb einer offenen Bürolandschaft fördern den Teamgeist und schaffen einen starken Ort.“, denkt auch Chris Middleton, Geschäftsführer bei Kinzo Berlin.

„Die Arbeitswelt wird stressiger, Anforderungen und Belastungen steigen.“, prognostiziert Dr. Nick Kratzer, Wissenschaftler an der ISF-München, und stellt sich im selben Atemzug die Frage: „Sind neue (Open Space) Arbeitswelten hier eine Antwort? Oder verschärfen sie die Probleme?“

Dazu hat sich auch Jenö Kleemann von Eurocres Consulting Gedanken gemacht und fasst zusammen:
„Wir brauchen einen radikalen Paradigmenwechsel in der Sichtweise, wie unsere Wissensgesellschaft arbeitet und lebt. Die von gesellschaftlichen Leitbildern und Planern verordnete Bewegungsarmut stellt das zentrale Kernproblem im Kampf gegen die wichtigsten Zivilisationskrankheiten, Mitarbeiter-Wohlbefinden und einen innovativen Geist dar.“ Jenö betont: „Alle am Future Workplace Beteiligten tragen hier eine große gesamtgesellschaftliche Verantwortung.“

Das hat auch die Future Work Managerin Ursula Kuntner erkannt: „Die Neuen Arbeitswelten sind das, was wir daraus machen. Und das ist sehr emotional.“

Also? Machen Sie doch etwas daraus!

Markus Albers ist Autor, Berater und Unternehmer. Seiner Meinung nach ist „das Neue Arbeiten im Mainstream der deutschen Wirtschaft angekommen. Die Frage lautet nicht mehr, OB wir mobiler, flexibler und selbstbestimmter arbeiten. All das tun wir zunehmend. Die Frage lautet nun: WIE kann diese Praxis in der Arbeitswirklichkeit von Unternehmen praktisch umgesetzt werden? Dabei geht es um das konzertierte Neudenken von Bürogestaltung, Technologie und Kultur. Eine große Herausforderung, bei der vieles schiefgehen kann.“

Diese Herausforderung heißt Change Management.

Jürgen Bauer vom Waterford Institute of Technology sieht das ähnlich. Seiner Meinung nach sollten die (kollektiven) Arbeitswelten der Zukunft genau das sein, was der (individuelle) Arbeitsplatz offensichtlich immer weniger ist.
„Stabil anstatt mobil, ortsverbunden anstatt ortsungebunden.“
Ist Architektur die Lösung?

Dieses Thema wird Werner Frosch, Henning Larsen Architects, in seinem Vortrag anhand des Beispiels des Siemens Headquarters und anderen Projekten erläutern: „Henning Larsen Architects sind fest in der skandinavischen Designtradition verwurzelt, in der Architektur als wichtiger Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung verstanden wird. Das heißt, für uns als Architekten steht bei allen Gebäuden der Mensch und Nutzer im Vordergrund. Wir orientieren uns daher nicht nur am baulichen Kontext, sondern auch am soziologischen, kulturellen und klimatischen Umfeld. Ein Beispiel hierfür ist der Neubau des Siemens Headquarters in München. Es integriert sich in seine historische Umgebung und zeigt, wie der bewusste Umgang mit Tageslicht und die Reduktion des Energieverbrauchs eine tragende Rolle auch für die architektonische Gestaltung des Gebäudes und der Fassaden spielt.

Gleichzeitig haben wir die räumlichen und technischen Voraussetzungen geschaffen, dass die Siemens-Mitarbeiter effizient, kreativ und gesund arbeiten können. Das Gebäude entspricht den Anforderungen, die heute an den Arbeitsplatz und zeitgemäße Bürogebäude gestellt werden. Besonders durch die Veränderung der Arbeitsweisen, der verschiedenen Bedürfnisse der Mitarbeiter und die gesteigerte Mobilität erhöht sich die Nachfrage an flexiblen, offenen und kommunikationsfördernden Arbeitswelten.

Wie kann die Architektur auf die Veränderungen der Arbeitswelt und der Erwartungen der Mitarbeiter reagieren? Welche Bedeutung hat das Thema Nachhaltigkeit für den Arbeitsplatz? Unser Ziel war es, ein Gebäude zu kreieren, das das menschliche Miteinander fördert und der Kommunikation Raum zur Entfaltung gibt. „Kommunikation und Nachhaltigkeit“.

Freuen Sie sich auf diesen und weitere spannende Vorträge rund um die Future Workplace & Office Jahrestagung 2017! Hier geht’s zum vollständigen Programm