Résumé der 17. Euroforum Jahrestagung „Die Logistikimmobilie“

16.02.2017ImmobilienLogistikimmobilie, Networking

DIE Jahresauftaktveranstaltung der Branche, diesmal im InterContinental Hotel Berlin. Und wie üblich in diesen Boomzeiten bei Logistikimmobilien: ein neuer Rekord: rund 130 Teilnehmer besuchten die Veranstaltung: Investoren und Entwickler, aber auch kommunale Vertreter der Regionen, Berater, Bauunternehmen und Banken, sowie einige Nutzer. Der Austausch, das „Networking“, stand an erster Stelle mit dem „Begrüßungs-Lunch“, vielen Pausen und der Abendveranstaltung, diesmal als geschlossene Gesellschaft im „Super“ im Bikini.

Die beiden Vorsitzenden der Konferenz Rainer Koepke (CBRE) und Uwe Veres-Homm (Fraunhofer SCS) hielten die Auftaktvorträge. Rainer Koepke zu Research/Marktdaten und Trends 2016, Uwe Veres-Homm zur Logistikimmobilie als Wirtschaftsfaktor und ihrer Rolle innerhalb der Supply Chain. Er stellte die für die Logix-Initiative erstellte Studie vor.

Es folgte der Vortrag der lokalen Wirtschaftsförderung: Ute Bankwitz erläuterte für Brandenburg den dortigen Logistikmarkt. Nächstes Thema war: „Spekulative Projektentwicklungen als Fluch, Segen oder Allheilmittel“ von Georg Starck, GF bei Alpha Industrial. Spekulativ errichtete Logistikimmobilien führen dem Markt in die Top-Regionen dringend benötigte Flächen zu angesichts niedriger Leerstände. Hendrik Staiger, Geschäftsführer bei der Beos, stellte die Herausforderungen an die Unternehmensimmobilie dar, die sich von der Logistikimmobilie u.a. durch flexible Anpassungen an die Wünsche der Kunden unterscheiden. Dies erfordert eine hohe Kompetenz im Assetmanagement für die flexible Anpassung an die vorwiegende Produktionsnutzung und die hohen Büroanteile dieser Konversionsimmobilien.

In der anschließenden Podiumsdiskussion ging es um das Thema „Light Industrial“, das international sehr unterschiedlich verstanden wird. In Deutschland trifft der Begriff primär auf die Kategorie der „produktionsnahen Logistik“ zu, aber gelegentlich sind auch Gewerbeparks damit gemeint.

Eine weitere Podiumsdiskussion betraf den aktuellen Renditedruck im Investmentmarkt. Solange die Zinsen niedrig sind, werden die Renditen ebenfalls niedrig sein und den Markt weiter herausfordern.

Der letzte Vortrag des Tages „Last not least“ wurde von Heiko Riedel gehalten, von der Deutschen Post DHL, der das Konzept der Last Mile -Zustellung über mechanisierte Zustellbasen vorstellte („Mech ZB´s“). Über 80 Standorte dieser Cross-Dock-Umschlaghallen wurden bereits für die Paketauslieferung errichtet.

Trotz der vielen Vorträge, Diskussionsrunden und Netzwerkpausen, hatten die meisten Teilnehmer dann noch Kraft und Zeit gefunden um am Abendessen im Restaurant „Super“ im Bikini Berlin teilzunehmen, bis sich die Reihen lichteten, weil bei einigen Teilnehmern die Stimmbänder versagten.

Der zweite Veranstaltungstag startete in guter Tradition mit einer Besichtigungstour, in diesem Jahr standen die beiden innerstädtischen Logistikimmobilien von Amazon am Borsigturm und die MechZB der Deutschen Post am Rohrdamm auf dem Programm. Hier konnten die Teilnehmer das Trendthema E-Commerce- und Paketlogistik und die damit verbundenen Immobilien live erleben, wenngleich das operative Geschäft bereits in den früheren Morgenstunden größtenteils abgewickelt war.

Das Vortragsprogramm startete am Nachmittag mit einer Podiumsdiskussion mit David Cass, der bei Amazon Logistics für die besichtigte Immobilie verantwortlich ist. Neben erhellenden Einblicken in die am häufigsten georderten same-day und same-hour-Artikel, ging er auch auf die Rolle der Automatisierung und die Organisation der letzten Meile bei Amazon ein.

Die fortschreitende Digitalisierung war dann auch Thema bei den weiteren Vorträgen: Peter Totz von SSI Schäfer zeigte bei seinem Blick in die Logistikimmobilie die Entwicklungen in der Intralogistik auf, wo Cloud-Daten und AGVs die Prozesse und damit auch die Arbeitsweise im Lager verändern. Markus Meyer von Goodman legte mit konkreten Beispielen für moderne Logistikimmobilien – vom Drohnenstart- und -landeplatz über Ladestellen für Elektrofahrzeuge bis hin zu mehrstöckig andienbaren Logistikimmobilien - nach.

Die finale Diskussion zum Thema „Digitalisierung & Immobilie 4.0 – Was bedeutet das für die Logistikimmobilie“ zeigte die unterschiedlichen Ansatzpunkte von Logistikplanern, Projektentwicklern und Intralogistikanbietern auf, kam aber auch zu dem Schluss, dass echte Beispiele für die Logistikimmobilie 4.0 in Deutschland (noch) nicht existieren. Hier sind alle Akteure gleichermaßen gefragt, an einem möglichst frühen Zeitpunkt in die gemeinsame Planung und Realisierung solcher Vorzeigeprojekte zu gehen.

Insgesamt kann somit auf zwei kurzweilige und abwechslungsreiche Konferenztage zurückgeschaut werden, die neben den langjährigen Teilnehmern auch eine Reihe von neuen Besuchern angelockt und zu einem positiven Feedback veranlasst haben.

Der Blick für den Jahresauftakt 2018 wandert derweil nach Norden, die Abstimmung bzgl. des nächsten Veranstaltungsorts ergab mit großem Vorsprung Hamburg als Wunschkandidat…

Save the date: 18. Euroforum Jahrestagung „Die Logistikimmobilie“ am 6. und 7. Februar 2018 im Empire Riverside Hotel in Hamburg