Stellungnahme zum Coronavirus und Hygienekonzept bei Live Events

Was macht uns zu Siegern und was macht uns zu Verlieren?

Haben Sie in der Schule schon die Rolle von Schneewittchen bekommen – oder waren Sie Zwerg Nr.1? Manche Menschen sind imstande, ihr Leben zu kontrollieren und ihre Ziele zu erreichen. Andere dagegen scheinen überhaupt nicht von der Stelle zu kommen. Theoretisch, so wird behauptet, haben alle die Möglichkeiten – warum nutzen wir sie so verschieden aus?

Sie können ein glücklicher Sieger oder ein unglücklicher Verlierer werden. Es ist Ihre Entscheidung!

Was macht den Sieger und den Verlierer aus?

Eine Ursache liegt sicher in den Ängsten und Zweifeln  in uns selbst. Wir können unserem eigenen Erfolg im Wege stehen. Viele haben ein Tonband im Kopf, das dauernd läuft und immer wiederholt: „Du bist ein Verlierer. Egal was – du schaffst es nicht. Das lässt sich nicht ändern. Es klappt sicher nicht. Zu spät – zu früh. Zu jung – zu alt. Zu reich – zu arm. Versuch es lieber nicht.“

Von Natur aus sind wir alle Sieger; aber im Laufe der Zeit erleben wir Misserfolge und Enttäuschungen. Diese unangenehmen Erfahrungen werden auf dem Verliererband in uns aufgenommen. Das begrenzt unsere Möglichkeiten, dämpft unsere Initiative, bindet unsere Ressourcen und schafft Unzufriedenheit und Frustration. Wir waren alle schon mal Sieger und auch Verlierer. Es geht darum, so oft wie möglich Sieger zu werden.
Im Folgenden einige Beispiele für „Sieger- und Verliererbänder“. Erkennen Sie einige davon wieder?

Ein Sieger sagt:

  • Wir wollen uns den Fall näher ansehen.
  • Na klar!
  • Dafür werde ich schon Zeit finden!
  • Ich will mich klarer ausdrücken.
  • Wir haben offenbar verschiedene Ansichten.
  • Ich bin in Ordnung – kann aber noch besser werden.
  • Was in der Abteilung A passiert, geht mich auch an.
  • Es muss doch eine bessere Lösung geben.


Ein Verlierer sagt:

  • Davon versteht keiner was.
  • Tja, vielleicht, aber…
  • Woher soll ich die Zeit nehmen?
  • Sie haben mich missverstanden.
  • Ich bestehe auf meiner Meinung.
  • Es gibt welche, die sind noch schlechter als ich.
  • Ich arbeite nur in dieser Abteilung – und nicht in Abteilung A.
  • So haben wir das immer gemacht.

Denk- und Sprachmuster in der Kommunikation

Jeder von uns ist tagtäglich diesen Denk- und Sprachmustern ausgesetzt. Und wir brauchen nicht lange rätseln, welchen wir lieber zuhören. Menschen, die über eine positive, klare und einfache Sprache verfügen, erleben wir als angenehm. Menschen, die ohne lange Umschweife auf den Punkt kommen, erleben wir als kompetent und strukturiert. Und wenn sie dann auch noch über die Fähigkeit verfügen, Probleme und Konflikte anzusprechen und zu klären, ohne ihr Gegenüber in der Persönlichkeit zu verletzen, entsteht ein Klima von Respekt und Augenhöhe. Ein Klima des Miteinanders, das allen erlaubt ihre Arbeit auf hohem Niveau zu erledigen und sogar unterschiedliche Sichtweisen als produktiv und bereichernd zu empfinden.

Jeder Mensch ist in seinen Stärken, Talenten und in seiner Art, auf die Wirklichkeit zu schauen, einzigartig. Und damit für andere andersartig. Verlierer sehen in dieser Andersartigkeit oft eine Bedrohung des eigenen Standpunkts. Gewinner sehen darin vielmehr Chancen, den eigenen Blick auf die Wirklichkeit zu erweitern.

Was macht uns zu Siegern und was macht uns zu Verlieren?

Zu keinem anderen Thema finden wir zurzeit so viele Behauptungen, Ratschläge und Tipps. Von seriösen wissenschaftlichen Studien bis hin zu journalistisch flott aufgemotzten Binsenweisheiten. Die neueste Gehirnforschung schlägt eine Schneise in dieses Dickicht. Erfolg und Versagen scheint sich auf 25 Zentimetern abzuspielen. Es ist der ca. Abstand zwischen unseren beiden Ohren. Erfolg und Versagen sind mentalen Programmen geschuldet, die unser Denken und Verhalten steuern, bevor wir „Guten Tag“ gesagt haben.

Und, so die frohe Botschaft, sie sind nicht naturgegeben und für immer in Stein gemeißelt.  Wir selbst können die Art und Weise, wie wir Wirklichkeit wahrnehmen, wie wir uns in Zukunft fühlen wollen, beeinflussen und verändern. Negative, selbstschädigende Glaubenssätze in unserem Kopf, egal wie sie entstanden sind und egal welchen Sinn sie einmal hatten, können wir jederzeit verändern oder durch neue ersetzen. Ohne uns in der Persönlichkeit zu verbiegen.

Schon Epiktet (1 600 v.Chr.) hat den Kern des Dilemmas benannt: "Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen. Es ist die Art und Weise, wie wir sie betrachten". Unsere persönlichen Präferenzen entscheiden, was wir wahrnehmen und wie wir wahrnehmen. Spannend und aufschlussreich sind die aktuellen Forschungsergebnisse zum Thema Optimismus vs. Pessimismus. Ein und derselbe Umstand wird jeweils völlig anders beurteilt. Widrigkeiten spornen optimistisch veranlagte Menschen an, ihre Anstrengungen zu erhöhen. Nicht aufzugeben. Für den Pessimisten sind sie nur ein weiterer Beweis dafür, dass Engagement sich nicht lohnt. Resignation und Ohnmachtsgefühle umwölken weiterhin seinen Verstand.

Es ist mittlerweile bewiesen, dass eine neue, andere Sicht auf die Dinge unser Denken und unsere Wahrnehmung zum Positiven hin verändern kann.
Neuropsychologen sprechen in diesem Zusammenhang von der Plastizität unseres Gehirns. Diese Erkenntnisse der neuesten Gehirnforschung sind, wenn auch noch nicht in Gänze begriffen, sensationell und kommen einer Revolution gleich, die unser altes Bild vom Lernen, Denken und Erinnern sprengt.

Der Denk- Verhaltens- und Sprachmodus des „realistischen Optimisten“ scheint den Königsweg zu beschreiben, auf dem es zu wandeln gilt.
Schon mit ein wenig Mühe und Anstrengung sind diese neuen Zustände zu erreichen. Der schnellste und effektivste Ansatz hin zu mehr Positivität und Selbstvertrauen liegt in der Art und Weise, wie wir sprechen. Zu uns selbst und zu andern. Sprache und Denken bilden eine unzertrennliche Einheit. So wie wir denken, so sprechen wir. Aber so wie wir sprechen, darin liegt der Schlüssel zur Veränderung, so denken wir auch. Dabei geht es weniger um das, was wir sagen. Die Inhalte gehören uns. Es geht vielmehr darum, wie wir sprechen. Wie wir unsere Inhalte, Ansichten und Meinungen transportieren. Das wie  können wir jederzeit und ohne dramatischen Aufwand verändern und verbessern.

Schon wenn Sie sich wie ein Sieger ausdrücken, beeinflusst das Ihre eigene Einstellung und hilft Ihnen, ein Sieger zu werden. Genauso wird ein Verliererband Sie zum Verlierer machen. Sie können ein glücklicher Sieger oder ein unglücklicher Verlierer werden. Es ist Ihre Entscheidung!

 

Autor: Konflikt-Experte und Top-Trainer Stefan Czypionka, ImageFaktur.
Link zum Seminar “Der Umgang mit schwierigen Zeitgenossen

Kontakt: Ingrid Della Giustina, Senior Konferenz Manager EUROFORUM | XING