Stellungnahme zum Coronavirus und Hygienekonzept bei Live Events

Mit Wind und Sonne im Zentrum der Stromversorgung müssen die regelbaren Energiequellen und auch die Marktmechanismen flexibler werden. Dabei sind schon viele Schritte getan. Das zeigt sich unter anderem im ständig sinkenden Preis für Regelenergie und neuen Paradigmen für die Auslegung von Anlagen.

Wie der Strommarkt der Zukunft genau aussehen wird, ist noch offen. Klar scheint nur: Wind und Sonne werden im Zentrum der Versorgung stehen und steuerbare Energiequellen müssen sich daran anpassen. Bisher hat das System noch Schwächen: Wenn es an sonnigen Feiertagen im Frühsommer viel Solarstrom und wenig Energiebedarf gibt, machen die damit verbundenen Probleme Jahr für Jahr Schlagzeilen. Dabei ist Deutschland auf dem richtigen Weg, auf dem Strommarkt hat sich schon sehr viel bewegt. Sowohl der Markt als auch die Stromerzeuger sind in den letzten Jahren deutlich flexibler geworden.

Vor allem die Betreiber kleiner und mittlerer KWK-Anlagen, die keine über Jahre festgelegten Abnahmeverträge für ihren Strom haben, suchen Wege, um diesen zu optimalen Preisen zu vermarkten – und reagieren somit auf Angebot und Nachfrage. Dabei steigen die Anforderungen: Kurz nach Öffnung der Regelenergie-Märkte konnte man noch ansehnliche Zusatzeinnahmen mit negativer Regelleistung erzielen, indem man auf Kommando des Netzbetreibers hin und wieder für ein paar Minuten die Stromerzeugung stoppte. Heute lässt sich mit so einfachen Maßnahmen kein größerer Gewinn mehr machen. Das Angebot an Regelleistung ist bei nahezu konstanter Nachfrage stark gestiegen, die Preise verfallen entsprechend. So wird zum Beispiel die Minutenreserve nicht wie früher wochenweise ausgeschrieben, sondern tageweise. So können auch Firmen mit kurzzeitigen Spielräumen in Stromverbrauch und –erzeugung diese Flexibilitäten als Regelleistung anbieten. Und seit Juli müssen die Netzbetreiber die Regelenergie europaweit ausschreiben, hierdurch sind weitere Anbieter hinzugekommen.

Zugleich sieht es trotz des steigenden Ökostrom-Anteils auch für die Zukunft nicht so aus, als ob der Bedarf an Regelleistung signifikant steigen wird. Der Markt regelt heute vieles, was früher an den Übertragungsnetzbetreibern hängen blieb. Selbst an schlagzeilenträchtigen Feiertagen mit ungewöhnlich sonnigem oder windigem Wetter gibt es nur mäßige Ausschläge bei den Regelenergie-Preisen: Präzise Prognosen und flexible Fahrweisen machen auch diese Situationen handhabbar.

Während die Regelenergie als Einnahmequelle also an Bedeutung verliert, wird der Kurzfristhandel auf dem Intraday-Markt immer wichtiger: Noch am Morgen passen Anlagen-Betreiber den Fahrplan für den Nachmittag an, um auf kurzfristige Wetterveränderungen oder aktuelle Verbrauchsprognosen zu reagieren. Das geht auch deshalb, weil der Handel heute bequem und automatisiert möglich ist.

Wer sicher sein will, stets optimale Erträge zu erwirtschaften, braucht heute Unterstützung durch Spezialsoftware wie den Neas Direct Power Plants. Dessen Algorithmen haben zugleich die Nachfrage-Prognosen für den Markt, hochwertige und permanent aktualisierte Preisprognosen, die Wetterberichte und die Eckdaten der eigenen Anlage einschließlich Wärmebedarf und möglichen Taktungen im Blick. Sie reagieren sofort auf neue Daten und können – wenn gewünscht – auch gleich den Handel und die Anlagensteuerung übernehmen.

An physikalischen Grenzen der Anlagen ändert natürlich auch die Software nichts: Wird Wärme gebraucht, muss diese geliefert werden. Und wer von teurem Spitzenstrom profitieren will, muss die entsprechende Leistung installiert haben. Immer mehr Anlagenbetreiber beziehen die Flexibilität daher schon bei der Dimensionierung ein. Deutlich zeigt sich das im Biogas-Markt, wo die Flexprämie aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zusätzliche Anreize bietet. Wo früher eine 500-Kilowatt-Anlage rund ums Jahr fast gleichbleibend vor sich hin brummte, springt heute eine 2-Megawatt-Anlage immer dann an, wenn sich am meisten verdienen lässt. In der Summe produziert sie ähnliche Strommengen, allerdings innerhalb weniger Tausend Stunden anstatt im Dauerbetrieb. Der Wärmespeicher fällt entsprechend größer aus, um die Taktungen abzufangen. Und an Feiertagen gilt es auch mal, ein paar Tage vorauszudenken: Wenn absehbar ist, dass die Nachfrage besonders gering wird, werden die Kunden auch schon einige Tage im Voraus informiert. So können diese z.B. zeitig die Fütterung der Biogas-Anlage reduzieren.

Autor: Neas Energy GmbH