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Umweltfreundliches LNG ist eine effiziente Zukunftslösung für den Gütertransport

24.10.2016EnergieErdgas, LNG, Energiewirtschaft

Unsere Gesellschaft schwärmt von einer Energieversorgung frei von allen fossilen Brennstoffen. Windenergie, Wasserkraft und PV genießen die großen Sympathien der Öffentlichkeit. Zahlreiche wissenschaftliche Institutionen bestärken uns in dem Glauben, in kürzester Zeit komplett auf fossile Energieträger verzichten zu können. Dabei wird nur noch am Rande reflektiert, dass unsere technische Entwicklung und der wirtschaftliche Reichtum in den letzten 250 Jahren neben dem Erfindergeist der Menschen den fossilen Energien Kohle und Öl zu verdanken ist.


Vorgänge wie die VW Dieselaffäre werden dazu instrumentalisiert, eine Mobilität in kürzester Zeit ganz ohne fossile Brennstoffe zu fordern. Eine Lösung der Dieselproblematik wird nur notgedrungen diskutiert. Dabei ist die Belastung unserer Atmosphäre insbesondere in den städtischen Ballungsräumen durch gesundheitsschädliche Schwefel-, Stickoxid- und Partikelemissionen nicht nur auf den PKW Verkehr, sondern auch entscheidend auf den gewerblichen Güterverkehr zurückzuführen.

Es ist in unserer Gesellschaft fast völlig unbekannt und wird nur unter Experten erörtert, dass mit Erdgas in verflüssigter Form, genannt LNG, bereits eine erprobte und bewährte Technologie zur Verfügung steht, die für eine längere Übergangszeit einen sauberen Schwerlast- und Binnenschiffsverkehr in großem Maßstab und zu wirtschaftlichen Konditionen ermöglicht. Die Tatsache, dass bereits zwei Fähren in der deutschen Nordsee mit umweltfreundlichen LNG betrieben werden, ist wenig bekannt. Lediglich eine Anschubfinanzierung für die Schaffung der erforderlichen Infrastruktur, eine steuerliche Differenzierung und eine angemessene regulatorische Besserstellung des sauberen Brennstoffs sind erforderlich. Allerdings ist ein politisches Bekenntnis zu dieser Übergangsenergie ebenfalls erforderlich, weil sonst die Industrie, u.a. die Fahrzeughersteller, auf die Elektromobilität setzt, die im Schwerlastverkehr auf Jahre unrealistisch sein wird und nur unseren derzeitigen dieselbasierten Schwerlastverkehr zementiert.

Andere europäische Länder wie die Niederlande, UK und selbst Spanien sind uns auf diesem Sektor bereits enteilt, europäische LKW-Hersteller haben kommerzielle Fahrzeuge für den Fernverkehr mit umweltfreundlichem LNG als Brennstoff auf den Markt gebracht, LNG-Tankstellen wurden gebaut und die Treibstoffversorgung etabliert. Allerdings gibt es in den letzten Monaten hoffnungsvolle Signale für Deutschland. Die ersten LNG-Tankstellen sind auch bei uns in Betrieb gegangen und erste Speditionen betreiben LNG betankte LKWs. In Kürze wird die deutsche Bundesregierung ihre Strategie zur Implementierung der alternativen Brennstoffstrategie der EU-Kommission veröffentlichen. Es bleibt zu hoffen, dass eine Strategie etabliert wird, die zu einer raschen und pragmatischen Reduktion der Emissionen unseres Transportsektors führt.

Autoren:
Dr. Christoph Merkel
und
Iñaki Merkel, Merkel Energy GmbH, Essen

http://www.merkel-energy.de/