Daten: Der Grundstein für die Stadt von morgen

Sie sind nicht der Einzige, der in der Stadt keinen Parkplatz findet:

Weltweit vergeuden Fahrer ungefähr 160 Millionen Liter Treibstoff pro Tag auf der Suche nach einem Parkplatz. Eine neue Studie lässt hoffen und bestätigt, dass intelligente Parkplätze, die dem Fahrer freie Plätze mitteilen, die Zeit für das fruchtlose Herumfahren um 21% reduzieren könnten. Unter dem Strich kommt die Studie zu dem Schluss, dass intelligente Kommunikationsanwendungen wie diese für einen flüssigeren Verkehr über einen Zeitraum von 10 Jahren 103 Milliarden Liter Öl sparen helfen könnten.

Es ist kaum möglich in die Zukunft zu blicken, aber wir wissen eines: es wird immer mehr Gedränge in den Städten herrschen. Zirka 54% der Weltbevölkerung leben aktuell in Ballungsgebieten, eine Zahl, die bis 2050 voraussichtlich auf 66% steigen wird. Alleine in China wird es 2025 221 Städte mit mehr als einer Million Einwohnern geben (in Europa sind es heute nur 35.).

In der Stadt der Zukunft wird sich alles um Daten drehen. Angesichts der steigenden Komplexität und der sinkenden Kosten digitaler Technologien werden diese zur Plattform für eine wirtschaftlichere und komfortablere Ressourcennutzung und Aufteilung des vorhandenen Raums. Technologie wird uns in die Lage versetzen, unser tägliches Leben im Kleinen zu managen, ohne dass wir das Gefühl haben, kontrolliert zu werden.

Die Stadt wird zum Profit-Center

Werfen wir einen Blick auf den Bereich Gebäudemanagement. Bürogebäude und Fabriken tragen mit rund 19% zu unserem gesamten Energieverbrauch bei. Beleuchtung und Klimatisierung verbrauchen Energie oft auch in den Zeiten, wenn sie nicht benötigt werden. Durch die Nutzung von Sensordaten lässt sich dieser unnötige Energieverbrauch schätzungsweise um 30% reduzieren. (Die Zahlen sind erstaunlicherweise auf der ganzen Welt ziemlich gleich.) Tatsache ist, dass energieeffiziente Gebäude höhere Mieten erzielen und oft rascher vermietet sind: im Durchschnitt geben die Eigentümer an, dass ihre Rendite 19,2% höher liegt als bei normalen Objekten.

Und der Fortschritt ist schon in vollem Gange. Die Stadt Yorkshire in England reduziert mit Hilfe von Daten die Energie- und Chemikalienmenge für die Aufbereitung von Trinkwasser. Das amerikanische Baseball-Team „San Diego Padres“ konnte die Stromrechnung für sein Stadion innerhalb eines Zeitraums von nur 88 Baseball-Heimspielen um US$238.000 senken, größtenteils dank einer besseren Steuerung und Überwachung. Manager von Datenzentren auf der ganzen Welt suchen nach Wegen, Klimatisierung gezielter anzuwenden.

In Spanien haben sich mehrere Städte für ein Müllabfuhrsystem entschieden, das nicht mehr mit Müllfahrzeugen, sondern mit einem kontrollierten Netz von Vakuumröhren arbeitet, in dem der Müll wie in einem großen Staubsauger verschwindet. Mehr als 80% der befragten Anwohner meinten, dass dies sauberer und bequemer wäre.

Das PI System erfasst, verbindet und analysiert

Einer der großen deutschen Energiedienstleister, die ENTEGA AG aus Darmstadt, versorgt die Haushalte von mehr als 600.000 Kunden mit klimaneutralem Strom und hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 1,1 Milliarden kWh/Jahr an klimafreundlicher Energie zu erzeugen. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, nutzt ENTEGA für die „operational intelligence“ das PI-System von OSIsoft als zentrales System zur Datenkonsolidierung für sämtliche Fabriken in den Bereichen „Alarm Handling“, Online-Auswertung, KPI Monitoring und Produktionsvorhersage. Dank des Echtzeitdatenflusses aus dem PI System hat ENTEGA alle Betriebsdaten seiner Kraftwerke in einem Dashboard ständig im Blick. So können die Mitarbeiter die Leistungsdaten der einzelnen Anlagenteile und ganzer Kraftwerke spielend leicht verstehen und optimieren.

Intelligente Technologien für die Stadt brauchen Zeit. Autonom fahrende Autos helfen zwar Benzin zu sparen und Leben zu retten, aber sie sind noch nicht reif für die Straße. Datenschutz und Sicherheit spielen auch hier eine große Rolle. Wenn Twitter ausfällt, machen die Leute darüber Witze im Internet. Fallen in einer Stadt aber die öffentlichen Verkehrsmittel unerwartet aus, entsteht pures Chaos. Sicherzustellen, dass Systeme robust, sicher und redundant arbeiten, ist die Grundvoraussetzung und erst danach kommen zusätzliche Funktionen ins Spiel.

Interessanterweise könnte dieses grundlegende Bedürfnis nach Sicherheit neue Chancen für traditionelle Industrieunternehmen eröffnen, unter anderem für solche, die sich auf Dienstleistungen in der Öl- und Gasbranche oder auf Fertigungstechnologien spezialisiert haben. Das Internet of Things ist zwar ein relativ neuer Ansatz im High-tech Bereich, aber Ingenieure haben schon seit Jahren Roboter und andere Systeme für Fabriken entwickelt, die rund um die Uhr fehlerfrei arbeiten. Dieses bereits vorhandene Wissen ist von unermesslichem Wert, wenn es gilt, die neuen Herausforderungen zu meistern.

Noch einmal – es wird nicht einfach werden. Die nächsten Jahrzehnte werden eine Zeit des Ausprobierens sein. Aber ich glaube, wir werden entdecken, dass wir mehr Ressourcen haben, als wir dachten.