PLC-Hardware-SVO

Intelligente Messsysteme – wohin geht die Reise?

Von Paul-Vincent Abs, Geschäftsführer E.ON Metering GmbH und e.kundenservice Netz GmbH

Über das intelligente Messwesen lässt sich trefflich diskutieren. Für manche sind die neuen digitalen Geräte reine Pflicht, für andere bedeuten sie großartige Zukunftschancen. Der Start des Smart-Meter-Rollouts verschiebt sich weiter hinein ins Jahr 2018, eines jedoch ist klar: Die Umstellung auf die intelligenten Messsysteme wird kommen. Das sieht das Messstellenbetriebsgesetz, das im Herbst 2016 in Kraft getreten ist, verbindlich vor.

Digitale Prozesse

Warum also nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen, die sich durch die Umrüstung ergeben? Denn der Rollout ist mehr als ein reiner Austausch von Geräten. Bei den Stadtwerken und Energieversorgern wird das intelligente Messwesen die Prozesse grundlegend verändern. Vom Kundenservice über die Abrechnung bis hin zum Forderungsmanagement – viele Bereiche sind betroffen und werden sich prozesstechnisch neu aufstellen. Der Lohn dieses Wandels ist eine komplett automatisierte und digitale Prozesslandschaft.

Die Energieversorger können zudem, die explizite Einwilligung des jeweiligen Kunden vorausgesetzt, aufbauend auf den Daten ganz neue Geschäftsmodelle entwickeln – Stichwort datenbasierte Services. Natürlich stehen wettbewerbliche Messstellenbetreiber mit Produkten in diesem Bereich auch in Konkurrenz zu Smart-Home-Anbietern. Gerade in Zeiten, in denen Datensicherheit in aller Munde ist und insbesondere in Deutschland hohen Stellenwert hat, haben erstere hier mit dem sicheren Datenkanal des Smart Meter Gateways einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Schneller Wandel

Zu erwarten ist vor diesem Hintergrund, dass – wenn erst einmal der Startschuss gefallen ist – die Umstellung auf die intelligenten Messsysteme in Deutschland viel schneller voranschreitet, als vom Gesetzgeber ursprünglich angedacht, und sich viele Privatkunden, die nicht vom Pflichtrollout betroffen sind, aktiv für einen wettbewerblichen Messstellenbetreiber in Kombination mit einem Bündelprodukt entscheiden.

Erste Angebote für datenbasierte Services, unter anderem auch von E.ON, sind bereits auf dem Markt und können vorbestellt werden. Damit werden nicht nur Zählerstände automatisch übermittelt, sondern die Kunden können beispielsweise sämtliche Informationen über den eigenen Energieverbrauch per Smartphone oder Laptop jederzeit im Blick behalten und erhalten Hinweise bei Verbrauchsausschlägen. Neben Transparenzlösungen und dem Thema Disaggregation werden viele weitere Angebote mit der neuen Technik möglich sein – noch stehen wir hier ganz am Anfang.

Ein weiterer Schritt sind Anwendungen unter anderem in den Bereichen Fotovoltaik oder Elektromobilität. So können Kunden dank flexibler Stromtarife ihr Elektroauto beispielsweise dann laden, wenn der Strom günstig zur Verfügung steht oder sie profitieren als steuerbarer Verbraucher von niedrigeren Netznutzungsentgelten. Gesteuert wird dabei immer über das intelligente Messsystem.

Sie interessieren sich für das Thema intelligente Messsysteme sowie datenbasierte Produkte und Services? Wenn Sie weitere Informationen hierzu erhalten möchten, besuchen Sie gerne den Messestand der E.ON Metering auf der Stadtwerke Jahrestagung 2018 sowie im Rahmen des Programms den Vortrag „Datenbasierte Produkte und Services – wohin geht die Reise?“ am Mittwoch, 11. April 2018 um 10.30 Uhr auf der Silent Stage.