Daten

Wenn Roboter von elektrischen Schafen träumen, wovon träumen Stadtwerke bei der Digitalisierung?

Die wenigsten Stadtwerke nutzen das gesamte Potenzial der Anlagenüberwachung. Kein Wunder: Zu aufwendig ist die Sammlung und Analyse von Daten aus zahlreichen verschiedenen Quellen, zu schwierig die Zusammenführung von vielen Datensilos. Doch Forderungen nach schnellen, kostengünstigen und digitalen Arbeitsprozessen werden lauter. Verantwortliche geraten unter Zugzwang. Zusätzlich kommen von Seiten der Regulierungsbehörden immer strengere, gesetzliche Vorgaben. Ziel muss es daher sein, Anlagendaten an zentraler Stelle bereitzustellen und Mitarbeitern damit einfache Möglichkeiten der Kontrolle und Optimierung zu bieten. So sollen Maschinen miteinander vernetzt, Produktionsprozesse digital abgebildet und sämtliche Informationen transparent zur Verfügung gestellt werden.

Status quo: Der Kampf mit aufwendigen Datenanalysen

Grundlegende Voraussetzung, um all dies zu erreichen, ist die Erfassung und Analyse von Betriebsdaten. In der Praxis ist das jedoch gar nicht so einfach: Stadtwerke arbeiten häufig mit Anlagen, die aus einer Vielzahl von Geräten unterschiedlicher Hersteller bestehen. Jeder Hersteller setzt seine eigene Software ein und es gibt nur wenige Möglichkeiten zur Standardisierung. Das bedeutet, dass Rohdaten aus verschiedenen Systemen gesammelt und schließlich zusammengefasst und ausgewertet werden müssen – oft noch mit Excel. Die Folge sind hohe manuelle Aufwände und ein erhöhtes Fehlerrisiko, was wiederum zu irrtümlichen Rückschlüssen und damit zu falschen Entscheidungen führen kann.

Studie zeigt Handlungsbedarf in deutschen Unternehmen

Der hohe Aufwand ist sicherlich einer der Hauptgründe dafür, dass bisher nur wenige Unternehmen das gesamte Potenzial der Datenanalysen nutzen: Laut einer Unternehmensbefragung zur Digitalisierung in der deutschen Wirtschaft 2017 halten 62 % der Unternehmen „Big Data“-Anwendungen für die eigene Einrichtung für irrelevant. Nur 19 % werten ihre Datenbestände systematisch aus.

Datenauswertung geht auch einfach

Doch die Auswertung muss nicht zwangsläufig mit großen Aufwänden verbunden sein. Es bedarf nur einer zentralen, intelligenten Datenquelle, die alle Informationen konsistent zur Verfügung stellt. Moderne Lösungen arbeiten daher mit einer hoch skalierbaren, offenen Architektur, die mehrere hundert Standardschnittstellen einschließt. So können Zeitreihendaten aus diversen Quellen erfasst werden – unabhängig von System, Norm, Sprache, Frequenz, Gerät und weiteren Kriterien. Das Ergebnis ist eine vollständig integrierte Informationsinfrastruktur, die allen Benutzern eine einheitliche Ansicht der Daten präsentiert und präzise Erkenntnisse für unmittelbare Entscheidungen bereitstellt.

ENTEGA erfasst Werte, KPIs und Prognosen an zentraler Stelle

Elf Wind- und drei Solarparks, zwei Biogas- und 130 Photovoltaik-Anlagen. Als einer der größten regionalen Anbieter von klimaneutraler Energie südlich von Frankfurt verfügt die ENTEGA AG über ein ordentliches Repertoire an Anlagen. Da wird die Anlagenüberwachung zur Königsdisziplin.

Schluss mit Excel, SCADA & Co.

Was bei den konventionellen Kraftwerken noch funktionierte, nämlich das Erfassen der Rohdaten mithilfe von SCADA-Systemen und deren Analyse in Excel, findet mit den Anlagen für erneuerbare Energien ein jähes Ende. Jeder Anlagentyp für Wind-, PV-, Biogas- und Gasenergie basiert auf einer Vielzahl von Geräten, die auf unterschiedliche Verfahren zur Anlagenüberwachung zurückgreifen. Zijad Lemeš, Abteilungsleiter Kraftwerksmanagement, erklärt: „Wenn wir Berichte für die Analyse dieser Daten und zum Verhalten unserer Kraftwerke erstellen wollen, ist das ziemlich ineffizient und zeitraubend.“ Kurzum: Um den Wirkungsgrad der Kraftwerke zu optimieren, musste ENTEGA bei der Erfassung und Integration der Daten neue Wege gehen.

Die einzige Quelle der Wahrheit

2015 entschied sich ENTEGA für das OSIsoft PI System, um eine „einzige Quelle der Wahrheit“ zu etablieren und Echtzeit- sowie historische Daten aller grünen Kraftwerke zu kontrollieren – ganz gleich, von welchem Hersteller diese stammen. „Mit dem System können wir große Datenmengen in unterschiedlichen zeitlichen Auflösungen speichern, was für die weitere Analyse von immenser Bedeutung ist“, so Lemeš. ENTEGA installierte PI-Schnittstellen an jedem Standort und mappte die Standortdaten auf einen zentralen PI-Server. Dank des Echtzeitdatenflusses aus dem PI System hat ENTEGA alle Betriebsdaten seiner Kraftwerke in einem Dashboard im Blick. So können die Mitarbeiter die Leistungsdaten der einzelnen Anlagenteile und ganzer Kraftwerke leicht verstehen und optimieren.

Fazit:

Zum ersten Mal hat ENTEGA technische und kommerzielle Daten zu einer integrierten Lösung zusammengeführt, mit der sich die unterschiedlichen Anlagenteile an jedem einzelnen Standort erfassen lassen. „Bei der Realisierung der technischen Vernetzung der einzelnen Standorte mit dem PI System konnten wir nicht allzu viel duplizieren,” lässt Lemeš wissen. „Jeder Standort, jeder Player ist einzigartig, und alle kommen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, die man adressieren muss.” Von Vorteil war daher die Flexibilität des PI Systems, das die individuellen Anforderungen jeder Anlage mit einer zentralen Lösung erfüllen kann.

Wenn Sie weitere Einblicke in die Digitalisierungsstrategie von ENTEGA erhalten wollen, so laden wir Sie gerne eine, unsere break-out session D am Mittwoch dem 11. April auf dem Stadtwerke Event in Berlin zu besuchen. Oder kontaktieren Sie einfach Engelbert Leichum unter eleichum@osisoft.com