Der qualifizierte Vergabepraktiker

Füllen Sie Ihr Wissensgerüst auf und trainieren Sie am Fall! EUROFORUM AkademieStets individuell buchbar.

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Bei unseren individuellen Seminaren haben wir uns noch auf keinen Ort oder auf ein Datum festgelegt. Lassen Sie sich unverbindlich als Interessent/in für ein Thema aufnehmen und äußern Sie Wünsche, was Termin und Ort anbelangt. Gemeinsam mit Ihnen und unserem Trainernetzwerk finden wir dann den Termin, der Ihnen am besten passt.

Programm

Vergabeverfahren von A – Z

Konzeption und Erstellung der Ausschreibungsunterlagen

Matthias Grünhagen,
Rechtsanwalt, Grünhagen Vergabesupport, Berlin

Am ersten Tag werden konzeptionelle Überlegungen zur Struktur des Vergabeverfahrens und der zu wählenden Vergabeart erörtert. Detailliert wird im Anschluss auf die Erstellung der Vergabeunterlagen mit sämtlichen relevanten Schwerpunktthemen eingegangen.

Vergabekonzeption

  • Erörterung der Beschaffungseckpunkte und der aktuellen Rechtslage
  • Strukturierung des Vergabeverfahrens, Möglichkeiten des Verhandlungsverfahrens und der Freihändigen Vergabe
  • Detaillierte Schwellenwertbestimmungen und Fristen im Vergabeverfahren
  • Verfahrenszeitplan (Bewerbungs-, Angebots-, Zuschlags- und Bindefristen) mit Fristberechnungen, Fristverkürzungen und -verlängerungen
  • Konkrete Verfahren und Bündelungen mit Rahmenverträgen

Erstellung der Vergabeunterlagen

  • Ausschreibungs- und Vertragsstruktur
  • Erstellung der Vertragsunterlagen
  • Standards und Formen der Leistungsbeschreibung
  • Produktneutralität und Effizienzsteigerungen durch Vereinheitlichung der beschafften Waren und Dienstleistungen
  • Formulierungen im Angebotsschreiben und den kaufmännischen Vertragsbedingungen
  • Schwerpunkte bei Dienst- und Werkverträgen
  • Definition von Inhalten der Angebotsaufforderungen und Bewerbungsbedingungen
  • Besonderheiten bei Rahmenvertragskonzeptionen

Networking

Lernen Sie bei einem Get-Together am ersten Abend Ihre Akademie-Kollegen der nächsten Tage kennen und lassen Sie am dritten Abend den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen in einem typischen Travemünder Fischrestaurant ausklingen!

Veröffentlichung, Teilnahmewettbewerb und Eignung

Uwe-Carsten Völlink,
Rechtsanwalt und Partner, HEUSSEN Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, München

Der zweite Tag widmet sich der rechtssicheren Erstellung der Vergabebekanntmachung und der Gestaltung sowie Durchführung von Teilnahmewettbewerben. Sie erhalten praxisrelevante Tipps und Hinweise zur Bestimmung, Prüfung und Wertung von Eignungsanforderungen an die Bieter.

Veröffentlichung nationaler und EU-weiter Vergabeverfahren

  • Funktion und Relevanz der Bekanntmachung als Weichenstellung für die Vergabe
  • Notwendiger Inhalt der Bekanntmachung
  • Veröffentlichung der Bekanntmachung
  • Besonderheiten der EU-weiten Bekanntmachung: Inhalt und EU-Formulare
  • Nachträgliche Korrekturen der Bekanntmachung
  • Fristen für die Versendung der Vergabeunterlagen

Durchführung von Teilnahmewettbewerben

  • Anwendungsbereich bei nationaler und EU-weiter Ausschreibung
  • Funktion des Teilnahmewettbewerbs als vorgezogene Eignungsprüfung
  • Strukturierung des Verfahrens und Fristen
  • Bildung und Bekanntgabe von Eignungskriterien und deren Gewichtung
  • Nachweisanforderungen
  • Öffnung, Prüfung und Wertung der Teilnahmeanträge
  • Nachforderung von Nachweisen: Zulässig?
  • Bewerberranking und "Mehr an Eignung"

Eignungsprüfung – Fallstricke und aktuelle Rechtsprechung

  • Unterscheidung von Eignungs- und Zuschlagskriterien
  • Ausschlusskriterien und Mindestanforderungen
  • Zulässiger Inhalt und Umfang von Eignungsanforderungen
  • Form der Eignungsnachweise, insbesondere Eigenerklärungen und Präqualifikation
  • Zeitpunkt der Eignungsprüfung

Abend zur freien Verfügung, unser Tipp: Besuchen Sie die Halbinsel Priwall, eine unter Naturschutz stehende Dünenlandschaft mit einem weitläufigen Naturstrand.

Wertungsphase, Angebotsauswertung und Auswahl des wirtschaftlichsten Projektpartners

Dr. Susanne Mertens,
LL.M. Rechtsanwältin und Partnerin, HFK Rechtsanwälte LLP, Berlin

Am dritten Tag lernen Sie mit synoptischer Darstellung das "neue" System der Wertung mit seinen Grenzen und Spielräumen kennen. Sie diskutieren anhand konkreter Praxisbeispiele Lösungen für die relevanten Fragestellungen bei der Auswahl des wirtschaftlichsten Projektpartners. Sie erarbeiten anhand der aktuellen Rechtsprechung einen sicheren und effizienten Umgang mit der neuen Nachforderungsmöglichkeit für Erklärungen und Nachweise.

Wertungssystem

  • Altes System im neuen Gewand?
  • Zwingende Reihenfolge der Wertungsstufen
  • Organisation des Teams: Wertungssteuerung und Zeitmanagement
  • Prüfung der Angebote

Wertungsstufe: Formaler Ausschluss

  • Zwingende und fakultative Ausschlussgründe
  • Nachforderungsrecht oder -pflicht
  • Anspruch auf Vervollständigung?
  • Rechtsprechungs-Update
  • Berücksichtigung von Teststellungen und Proben

Wertungsstufe: Bietereignung

  • Bietereignung im Wertungssystem
  • Umgang mit neuen Erkenntnissen
  • Zuverlässigkeit und Geheimwettbewerb
  • Nachunternehmereinsatz

Aufklärung im Widerspruch zu Verhandlungen

  • Nachverhandlungsverbot
  • Gestaltung von Verhandlungen im Spiegel der Rechtsprechung
  • Preferred bidder
  • Best and final offer

Wertungsstufe: Angemessene Preise

  • Umgang mit Unterkostenangeboten
  • Aufklärung bei gewährter staatlicher Beihilfe

Wertungsstufe: Die engere Wahl

  • Beurteilungsspielräume
  • Transparente Dokumentation
  • Mehr an Eignung
  • Das wirtschaftlichste Angebot bei losweiser Vergabe

Besuchen Sie am Abend das im geschichtsträchtigen Akademiehotel gelegene Casino Travemünde, das zu den ältesten Spielbanken Deutschlands zählt.

Besondere Probleme und aktuelle Themen für die Praxis

Dr. Wolfram Krohn,
Rechtsanwalt und Partner, Orrick Hölters & Elsing, Berlin

Der vierte Tag ist Einzelthemen gewidmet, die in der Praxis immer wieder zu Zweifeln und schwierigen Abgrenzungsfragen führen. In den Themenblöcken werden sowohl die Grundlagen als auch Einzelfragen aus der Praxis behandelt. Ziel ist die rasche Identifizierung von Risiken und die Entwicklung alltagstauglicher Lösungsmöglichkeiten für eine effektive und rechtssichere Vergabe.

Vergaben ohne Ausschreibung – Was ist möglich?

  • Gesetzliche Ausnahmen vom Vergaberecht
  • Inhouse-Vergaben
  • Interkommunale Kooperation
  • Verhandlungsverfahren ohne Bekanntmachung
  • Insbesondere: Interimsvergaben

Verlängerung und Änderung von Verträgen – Wann ist eine Neuausschreibung erforderlich?

  • Einvernehmliche Laufzeitverlängerungen
  • Automatische Verlängerung, Verlängerungsoptionen und Verzicht auf Kündigung
  • Inhaltliche Änderungen
  • Insbesondere: Preisanpassungen
  • Produktanpassungen und Innovationsklauseln

Ausschluss von Unternehmen und Auftragssperren – Wer kann, wer muss ausgeschlossen werden?

  • Ausschluss wegen Unzuverlässigkeit und/oder "schwerer Verfehlungen"
  • Nachweis der Verfehlung
  • Koordinierte Auftragssperre und Korruptionsregister
  • Dauer der Auftragssperre
  • Möglichkeit der "Selbstreinigung" von Unternehmen

Aufhebung der Ausschreibung – Risiken vermeiden!

  • Aufhebungsgründe nach VOB/A und VOL/A
  • Aufhebung ohne Aufhebungsgrund
  • Rechtsschutz gegen die Aufhebung

Abend zur freien Verfügung, unser Tipp: Lassen Sie den Tag mit einem Besuch der schönen Hansestadt Lübeck ausklingen!

Dokumentation eines ordnungsgemäßen Vergabeverfahrens

Matthias Grünhagen

Der fünfte, "halbe" Tag widmet sich ganz der Dokumentation des Vergabevorgangs, um gegenüber Rechnungsprüfungsbehörden, Wirtschaftsprüfern, Vergabekammern, Fördermittelgebern und Gerichten die Rechtmäßigkeit darzustellen. Sie besprechen mögliche Textbausteine und Standardformulierungen bei häufig auftretenden Sachverhalten.

  • Umfassende Dokumentation des gesamten Vergabevorgangs gegenüber Rechnungsprüfungsbehörden, Wirtschaftsprüfern, Vergabekammern, Fördermittelgebern und Gerichten
  • Erläuterungen der einzelnen Dokumentationsschwerpunkte
  • Regelmäßig wiederkehrende Prüfungsschwerpunkte der Kontrollinstanzen und Erörterung einer daraus abzuleitenden Strategie für die Vergabeverfahren
  • Diskussion von Textbausteinen und Standardformulierungen bei häufig auftretenden Sachverhalten

Im Anschluss an die Akademie erhalten Sie die von unseren Referenten ausgestellte Teilnahmebestätigung "Der qualifizierte Vergabepraktiker"!