10. EUROFORUM - Jahrestagung

Die Non-Profit-Organisation 2015

+ SPEZIALTAG „Rechnungslegung in Non-Profit-Organisationen“ 14. Januar 2015 EUROFORUM JahrestagungDiese Veranstaltung hat bereits am 15. und 16. Januar 2015 in Köln stattgefunden!

Eindrücke von der 9. Euroforum Jahrestagung „Die Non Profit
Organisation“ am 23. und 24. Januar in Köln

Kein Mangel an Zweifelsfragen

Union und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag etliche Wohltaten angekündigt: die Einführung des Mindestlohns, stärker regulierte Leiharbeit, bessere Rahmenbedingungen für Engagement und natürlich überall Entbürokratisierung. An den zahlreichen Zweifelsfällen im Gemeinnützigkeitsrecht, die zunehmend auf der Ebene des Europäischen Gerichtshofs gelöst werden müssen, wird das jedoch nichts ändern. Einmal mehr wurde dies auf der Euroforum Jahrestagung „Die Non Profit Organisation“ deutlich, die großen Wert auf die Auswertung aktueller Rechtsprechung legte. Zahlreiche namhafte Referenten informierten auf hohem fachlichem Niveau zu Umsatzsteuer, Arbeitsrecht, Bilanzierung, Sponsoring und anderen Themen.
von Gregor Jungheim

Die Pläne der neuen Bundesregierung für den Dritten Sektor klingen vielversprechend: Die Voraussetzungen für ehrenamtliches Engagement sollen verbessert, Erfahrungen Engagierter verstärkt aufgenommen und Wohlfahrtsverbände ebenso wie soziale Innovationen unterstützt werden, heißt es im Koalitionsvertrag. Doch sollten NPOs nicht zu viel erwarten, meint Ingo Graffe. „Die entsprechenden Passagen könnten aus einem Handbuch für Koalitionsvereinbarungen stammen und finden sich so oder in ähnlicher Form eigentlich in allen Koalitionsverträgen vergangener Zeiten“, lautet die Einschätzung des Ministerialrats aus dem Finanzministerium Rheinland-Pfalz. „Sie lesen sich ebenso abstrakt wie sie vermutlich gedacht sind und lassen für die kommende Legislaturperiode jedenfalls wenig Aufregendes erwarten.“

Klare, wenn auch unerfreuliche Worte auf der Euroforum Jahrestagung „Die Non-Profit-Organisation“ im Kölner Hilton Hotel. Bekannte Referenten informierten dort rund 120 NPO-Mitarbeiter, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater zu aktuellen Themen aus dem Gemeinnützigkeits- und Arbeitsrecht. Gerade Letzteres wird NPOs stark beschäftigen, wenn die für den 1. Januar 2015 angekündigte Einführung des Mindestlohns Gestalt annimmt. Von der Zahlung von 8,50 EUR die Stunde können sich in einer zweijährigen Übergangszeit nur noch die Unternehmen und Einrichtungen befreien, die eine Gewerkschaft dafür gewinnen, niedrigere Löhne zu vereinbaren. „In Ostdeutschland wird das wichtig“, prognostizierte der Fachanwalt Prof. Dr. Björn Gaul von CMS Hasche Sigle.

Etwas heikler wird auch der Einsatz von ehrenamtlichen Mitarbeitern. Künftig muss eine genauere Prüfung erfolgen, ob diese weisungsgebunden innerhalb der betrieblichen Organisationsstruktur tätig sind und damit als Arbeitnehmer eingeordnet werden, informierte der Referent. Gerade wenn ehrenamtliche und sozialversicherungspflichtig beschäftigte Mitarbeiter identische Tätigkeiten ausüben, bestehe die Gefahr, dass eine unzulässige Umgehung des Mindestlohns vorliege.

Doch es stehen noch andere Änderungen an: Die bislang unbefristet mögliche Arbeitnehmerüberlassung wird auf 18 Monate begrenzt, wobei Ausnahmen durch Tarifvertrag möglich sind. Und schon nach neun Monaten haben Leiharbeitnehmer Anspruch auf die gleiche Bezahlung wie die Stammbelegschaft. Ebenso soll der psychischen Belastung am Arbeitsplatz entgegengewirkt werden. Hierzu existiert noch ein Bundesratsentwurf aus der vergangenen Legislaturperiode. „Der Text ist im Wesentlichen einfach aus der Anti-Stress-Verordnung der IG Metall übernommen“, informierte Gaul.

Auch die Einführung der E-Bilanz stellt gemeinnützige Organisationen mit steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben vor Herausforderungen. „Der neue Datensatz hat 7.025 Zeilen, selbst beidseitig bedruckt kommen Sie auf mindestens 40 Seiten“, informierte der Steuerberater und Prokurist Daniel Schneider von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO. Glücklicherweise müssen nicht alle davon ausgefüllt werden. So gestattet das Bundesfinanzministerium, nur in der Zeile „Steuerlicher Gewinn“ (Nr. 4732) eine Zahl einzutragen und optional die Gewinnermittlung in Form einer zusätzlichen Excel-Tabelle beizufügen.

Quelle: http://www.die-stiftung.de

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Impressionen der 9. EUROFORUM-Jahrestagung
"Die Non-Profit-Organisation 2014"