Internationale Versicherungsprogramme

EUROFORUM Konferenz20. und 21. November 2018, München

Networking-Support durch persönliche Einblicke

Um das so wichtige Networking im Rahmen der Veranstaltung schon im Vorfeld zu unterstützen, stellen wir Ihnen die ReferentInnen der Konferenz mit Kurzportraits vor. Die vorab gestellten Fragen haben mal mehr und mal weniger Verbindung zur Versicherungsthematik und die Antworten bieten ein paar persönliche Anknüpfungspunkte für einen guten Einstieg in das persönliche Gespräch.

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Bernd Rininsland,
Abteilungsdirektor Schaden-Industrie,
NRV Neue Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG

 

Was wollten Sie als Kind werden und was machen Sie heute beruflich?
Müllmann und Rennfahrer. Heute manage ich u. a. den Schadenbereich im Strafrechtsschutz und Managerrechtsschutz.

Wohin sollte jeder einmal reisen?
Nach Kuba! Um die Gegensätze zwischen wunderschöner Natur, teils wunderbaren Orten und Menschen kennen zu lernen, die einen sehr glücklichen Eindruck machen und respektvoll miteinander umgehen.

Auf welchen digitalen Netzwerken sind Sie am liebsten unterwegs?
XING und WhatsApp

Schließen Sie Ihre persönliche Versicherung analog oder digital ab?
Beides.

An welchem Ort kommen Ihnen die besten Ideen?
Auf dem Lieblingssofa und unter der Dusche.

Welche technologische Entwicklung finden Sie derzeit am interessantesten und warum?
Fortschritte bei der Medikamentenforschung im Bereich von Krebs- und Demenzerkrankungen.

Erinnern Sie sich an eine berufliche Situation, aus der Sie besonders viel für Ihren weiteren Werdegang gelernt haben?
Eine Rücksprache in meinem ersten Anwaltsbüro beim Senior, der mir beigebracht hat das verschwurbelte Universitätsdeutsch abzulegen: Subjekt, Prädikat, Objekt pflegte er zu sagen.

Welches Thema in der Diskussion zur Veränderung der Versicherungswelt halten Sie für besonders wichtig oder überflüssig?
In "meiner" Sparte die Bewertung von antizipierter Risikobewertung ohne Vorliegen eines konkreten Falles.

Wie risikobereit sind Sie in Ihrem Privatleben auf einer Skala von 0-10?
Ich würde mal 7 sagen.

Wofür können Sie sich außerhalb der Versicherungsbranche begeistern? Welche Hobbies haben Sie?
Segeln, Lesen, Musik.

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Rainer Breeck
Spartenleiter Haftpflicht
Aon Versicherungsmakler

 

Was wollten Sie als Kind werden und was machen Sie heute beruflich?
Steueranwalt / Versicherungsmakler

Wohin sollte jeder einmal reisen?
Jeder nach dessen Geschmack!

Auf welchen digitalen Netzwerken sind Sie am liebsten unterwegs?
Nicht so sehr viel.

Schließen Sie Ihre persönliche Versicherung analog oder digital ab?
Beides

Erinnern Sie sich an eine berufliche Situation, aus der Sie besonders viel für Ihren weiteren Werdegang gelernt haben?
IFSC Dublin, 1992 Captive Bildungen

Welches Thema in der Diskussion zur Veränderung der Versicherungswelt halten Sie für besonders wichtig oder überflüssig?
Welche Veränderung genau? Assekuranz wandelt sich ständig im spezifischen Tempo!
Was ist „Agiles Arbeiten?“ vs. „Teamwork“ oder „Unternehmer im Unternehmen?“

Wie risikobereit sind Sie in Ihrem Privatleben auf einer Skala von 0-10?
7

Wofür können Sie sich außerhalb der Versicherungsbranche begeistern? Welche Hobbies haben Sie?
Familie

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Thomas Pache,
Head of Cyber,
RiskPoint Group

 

Wohin sollte jeder einmal reisen?
In ein Land, gegen das er Vorurteile hegt.

Schließen Sie Ihre persönliche Versicherung analog oder digital ab?
Das hängt von der Komplexität und meinem Beratungsbedarf ab.

Welche technologische Entwicklung finden Sie derzeit am interessantesten und warum?
Die Digitalisierung nahezu aller Lebensbereiche, weil sich hierdurch Prozesse, Geschäftsbeziehungen, -modelle und damit Chancen und Risiken teilweise grundlegend ändern.

Erinnern Sie sich an eine berufliche Situation, aus der Sie besonders viel für Ihren weiteren Werdegang gelernt haben?
1990 als junger Oberleutnant und Vorgesetzter von rd. 40 Soldaten und 14 zivilen Angestellten einer Instandsetzungseinheit der Bundeswehr: Echtes Engagement und Loyalität von Mitarbeitern muss man sich verdienen, man erhält sie nicht durch Hierarchien.

Welches Thema in der Diskussion zur Veränderung der Versicherungswelt halten Sie für besonders wichtig oder überflüssig?
Überflüssig: Aufgeregte und undifferenzierte Diskussionen zur Digitalisierung der Versicherungswelt

Wofür können Sie sich außerhalb der Versicherungsbranche begeistern? Welche Hobbies haben Sie?
Hobbies: Volleyball, Skifahren, Segeln und Motorradtouren

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Christoph Schulz,
Leiter Gruppen-Unfall,
HDI Global

 

Was wollten Sie als Kind werden und was machen Sie heute beruflich?
Ich wäre gern in die Bauunternehmung meiner Eltern eingestiegen, dies schien aber aufgrund der Konjunkturlage in den 80ern als keine gute Idee. Heute bin ich Bereichsleiter der Sparte Gruppen-Unfall in der HDI Global SE, eine vollkommen andere aber nicht minder spannende Aufgabe.

Wohin sollte jeder einmal reisen?
New York City

An welchem Ort kommen Ihnen die besten Ideen?
Bei einer gepflegten Oldtimer-Ausfahrt oder beim Joggen.

Welche technologische Entwicklung finden Sie derzeit am interessantesten und warum?
Virtual Reality – das stetig wachsende Angebot an konsumierbaren Erlebniswelten wird unser Reise- und Freizeitverhalten in den nächsten Jahren fundamental verändern

Erinnern Sie sich an eine berufliche Situation, aus der Sie besonders viel für Ihren weiteren Werdegang gelernt haben?
Das Mantra eines meiner früheren Vorgesetzten: „Es gibt kein Problem, welches wir nicht zusammen lösen werden“ hat sich bis heute - vor allem in der Rolle als Führungskraft - tief in mir verankert.

Welches Thema in der Diskussion zur Veränderung der Versicherungswelt halten Sie für besonders wichtig oder überflüssig?
Wichtig: Was bringt Nutzen, was ist Hype?

Wie risikobereit sind Sie in Ihrem Privatleben auf einer Skala von 0-10?
Eine klare 5,1

Wofür können Sie sich außerhalb der Versicherungsbranche begeistern?
Oldtimer & Sport

Welche Hobbies haben Sie?
Oldtimer & Sport

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Nigel Brook,
Partner,
Clyde & Co LLP

 

Where should everyone travel to once?
Edinburgh – dramatic location, a magical city.

Which technological developments do you currently find most interesting and why?
IoT (the Internet of Things) will give us vastly more information about the world around us. Interpreted and made manageable by AI, this flow of data could transform everything.

Other than the insurance industry, what kind of things get you excited? What are your hobbies?
I love running – it's both invigorating and relaxing, it's a great way of sightseeing, and the mind can freewheel.

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Christian Kuhrt,
Geschäftsführer,
DMK Versicherungskontor GmbH

 

Was wollten Sie als Kind werden und was machen Sie heute beruflich?
Ganz lange Hubschrauberpilot. Die Technik der Drehflügler, Fliegen an sich und die Rettungshubschrauber am benachbarten Krankenhaus meines Elternhauses und deren Besatzungen haben mich immer sehr fasziniert – und tun es bis heute. Tatsächlich bin ich jetzt Geschäftsführer des firmenverbundenen Versicherungsmaklers DMK Versicherungskontor GmbH, Bremen.

Wohin sollte jeder einmal reisen?
Schöne konkrete Orte sind aus meiner Sicht San Francisco, Wien, die Pässe und Kurven der Alpen und Dolomiten (ich bin begeisterter Motorrad-Reisender) und die Seen Norditaliens… etwas unkonkreter sollte jeder einmal an Orte reisen, wo er/sie sich auf sich selbst besinnen kann, für sich selbst Frieden und Ruhe findet, vielleicht eine Zeit ohne Handy der Natur „lauschen“ oder das Abendlicht genießen kann… eine kleine Nordseeinsel wie Spiekeroog, ein Bergbauernhof, ein abgelegener Strandabschnitt…

Schließen Sie Ihre persönliche Versicherung analog oder digital ab?
Tatsächlich noch beides…

An welchem Ort kommen Ihnen die besten Ideen?
Weniger an speziellen Orten – ja auch mir ist nachts schon einmal etwas eingefallen, was ich gleich aufgeschrieben habe. Wesentlicher ist für mich nicht Ort, sondern Umstände. Meine besten Ideen kommen mir beim Joggen oder auch beim Motorradfahren – teilweise weiß ich hinterher wie etwas gehen könnte oder habe einen neuen Gedanken – ohne tatsächlich bewusst darüber nachgedacht zu haben. Da macht wohl die Beschäftigung mit etwas anderem den Weg frei für ungeplante Kreativität.

Erinnern Sie sich an eine berufliche Situation, aus der Sie besonders viel für Ihren weiteren Werdegang gelernt haben?
Mein Ausbilder – ein hoch angesehener Fachmann seiner Sparte – hat sich vor vielen maßlos darüber aufgeregt, dass ein Kunde nach einem Telefonat eine schriftliche Bestätigung des gesagten haben wollte – für ihn galt das Ehrenwort unter hanseatischen Kaufleuten und er war so beleidigt, dass er das Geschäft nicht gemacht hat. Ich habe schnell verstanden, dass es auch die formale Seite geben muss und heute Regelungen der Compliance und Rechtssicherheit viel Schriftliches verlangen – dennoch halte ich viel vom Ehrenwort und mache selbst besonders gerne Geschäfte mit Partnern die auch ihrerseits eine Verpflichtung zu einem ganz persönlichen verlässlichen Ehrencodex erkennen lassen.

Wie risikobereit sind Sie in Ihrem Privatleben auf einer Skala von 0-10?
Sicherlich ein wenig Themenabhängig aber irgendwo in der Mitte… 5.

Wofür können Sie sich außerhalb der Versicherungsbranche begeistern? Welche Hobbies haben Sie?
Motorradfahren und insbesondere das Reisen mit meiner Tourenmaschine, a-capella-Musik (ich singe selbst in einem Sextett), Lesen von Romanen in geschichtlichen Bezügen oder Biographien, Laufen (Städteläufe und Halbmarathon), Photographie, Geselligkeit mit Familie, Freunden und interessanten Menschen.

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Andrei Denissov,
Managing Director, CEO Russia & CIS,
Marsh Insurance Brokers AO

 

What did you want to become as a child and what do you do today?
Cosmonaut as most kids in the Soviet Union. Now as CEO of Marsh Russia very glad to say that we are involved in facultative reinsurance of each Russian civil satellite launch.

Where should everyone travel to once?
Antarctic.

Which digital networks do you prefer to use?
WhatsApp.

Do you take out your personal insurance in analogue or digital form?
Mostly digital.

Where do you come up with your best ideas?
In open discussions with colleagues.

Which technological developments do you currently find most interesting and why?
SpaceX achievements excite me.

Do you remember a professional situation which taught you something particularly useful for your further career?
Never to blame clients for firing us.

How comfortable with risk are you in your personal life on a scale of 0-10?
Never to blame clients for firing us.

Other than the insurance industry, what kind of things get you excited? What are your hobbies?
Watching sports & travelling. The most exciting is to combine travel and watching sport events.

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Jutta Berger,
Head of Financial Lines Underwriting,
Zurich

 

Was wollten Sie als Kind werden und was machen Sie heute beruflich?
Ich wollte Richterin werden, bin dann aber in Richtung Betriebswirtschaft gegangen und arbeite im Bereich Financial Lines eng in beiden Disziplinen, Jura und BWL.

Wohin sollte jeder einmal reisen?
Nach Rom. Die Stadt vereint wie kaum eine andere ganz toll die Moderne mit der Antike und ist für mich immer wieder eine Reise wert. Gaumenfreuden an jeder Ecke, die Annehmlichkeiten einer Großstadt und zwischendrin jahrtausendalte Sehenswürdigkeiten…

Auf welchen digitalen Netzwerken sind Sie am liebsten unterwegs?
Am liebsten gar nicht. Ich sitze den Großteil des Tages vor Notebook, Tablet oder Smartphone und möchte dies nicht unnötig ausdehnen. Ich beschränke digitale Netzwerke auf Xing und Linkedin. Der persönliche Kontakt ist mir der Liebste.

Schließen Sie Ihre persönliche Versicherung analog oder digital ab?
Sowohl als auch, je nach Thema und Beratungsbedarf.

An welchem Ort kommen Ihnen die besten Ideen?
Ganz unterschiedlich, Hauptsache der Geist hat etwas Freiheit.

Welche technologische Entwicklung finden Sie derzeit am interessantesten und warum?
Das autonome Fahren und die Vernetzung im Verkehrssektor, weil es unsere Art des Fahrens maßgeblich beeinflusst und ganz neue Herausforderungen für Mensch, Technik, Haftung, Versicherung etc. aufbringt.

Welches Thema in der Diskussion zur Veränderung der Versicherungswelt halten Sie für besonders wichtig oder überflüssig?
Besonders wichtig – die Digitalisierung.

Wie risikobereit sind Sie in Ihrem Privatleben auf einer Skala von 0-10?
Das ist ganz unterschiedlich – je nach Thema.

Wofür können Sie sich außerhalb der Versicherungsbranche begeistern? Welche Hobbies haben Sie?
Reisen und Sport. Ich betreibe eine koreanische Kampfkunst. Aber keine Angst, ich komme aus Zeitgründen leider nicht mehr so häufig und intensiv zum Trainieren. ;-)

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Reto Collenberg,
Head Primary Lead Initiative EMEA,
Swiss Re International SE

 

Was wollten Sie als Kind werden und was machen Sie heute beruflich?
Ich wollte Förster werden – heute bin ich in der Versicherungsbranche tätig….

Wohin sollte jeder einmal reisen?
Kathmandu / Himalaya

Auf welchen digitalen Netzwerken sind Sie am liebsten unterwegs?
Whats App

Schließen Sie Ihre persönliche Versicherung analog oder digital ab?
Kombiniert

An welchem Ort kommen Ihnen die besten Ideen?
Beim Joggen

Erinnern Sie sich an eine berufliche Situation, aus der Sie besonders viel für Ihren weiteren Werdegang gelernt haben?
Meine 3 Jahre in der London City

Wie risikobereit sind Sie in Ihrem Privatleben auf einer Skala von 0-10?
7

Wofür können Sie sich außerhalb der Versicherungsbranche begeistern?
Welche Hobbies haben Sie?

Sport (Skifahren in Graubünden)

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André Kyburz,
CFTP (Snr), ANZIIF (Assoc) CIP, Kundenberater/Mitglied des Kaders,
KESSLER & CO AG

 

Was wollten Sie als Kind werden und was machen Sie heute beruflich? Indianerhäuptling - Versicherungsbroker

Wohin sollte jeder einmal reisen?
Natürlich Australien.

Auf welchen digitalen Netzwerken sind Sie am liebsten unterwegs?
LinkedIn

Schließen Sie Ihre persönliche Versicherung analog oder digital ab?
Digital

An welchem Ort kommen Ihnen die besten Ideen?
Im Zug

Erinnern Sie sich an eine berufliche Situation, aus der Sie besonders viel für Ihren weiteren Werdegang gelernt haben?
Fehler zuzugeben, kann eine Kundebindung langfristig stärken.

Welches Thema in der Diskussion zur Veränderung der Versicherungswelt halten Sie für besonders wichtig oder überflüssig?
Digitalisierung und Digitalisierung (weil selbstredend ist, dass sich die Versicherungswelt modernisieren muss).

Wie risikobereit sind Sie in Ihrem Privatleben auf einer Skala von 0-10?
6

Wofür können Sie sich außerhalb der Versicherungsbranche begeistern?
Welche Hobbies haben Sie?

Outrigger Kanu Paddeln auf dem offenen Ozean, Bergwandern.

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Dezember 2017


Interview mit Prof. Armbrüster zum Brexit

 


EUROFORUM:
Herr Professor Armbrüster, Sie wechseln im Januar für einige Monate von der Spree an die Themse – was führt Sie nach London?

Prof. Armbrüster:
Ich reise dorthin, solange das für Kontinentaleuropäer noch geht (lacht). Nein, im Ernst, es sind Versicherungsthemen, die mich nach London führen: Ich werde erneut eine Vorlesung zum Thema „Comparative Tort Law and Liability Insurance“ am Center for Transnational Legal Studies (CTLS) halten. Zugleich möchte ich die Gelegenheit nutzen, mir vor Ort ein Bild über die aktuelle Marktlage im Versicherungssektor und natürlich über die Auswirkungen des Brexit zu machen. Vom CTLS sind es nur ein paar Schritte zu den UK-headquarters der großen Versicherer.

EUROFORUM:
Was halten Sie persönlich vom Brexit?

Prof. Armbrüster:
Wenn man daran überhaupt irgendetwas Positives erkennen mag, dann dies: Die jetzt laufenden Verhandlungen führen allen Beteiligten deutlich vor Augen, welch enorme Fortschritte wir in der EU gerade im Bereich der Dienstleistungs-, Niederlassungs- und Kapitalverkehrsfreiheit gegenüber der Situation vor 50 Jahren erzielt haben. Wegen des Brexit muss diese liberale Wirtschaftsordnung nun im Verhältnis zum Vereinigten Königreich unter großem Zeitdruck in höchst mühseliger Kleinarbeit ein Stück weit zurückgenommen und neu ausverhandelt werden – ein völlig überflüssiges Unterfangen, das viele Kräfte absorbiert und zudem auf lange Sicht für Rechtsunsicherheit sorgen wird.

EUROFORUM:
Wie wird sich der Brexit auf das Geschäft der britischen Versicherer auswirken?

Prof. Armbrüster:
Noch ist vieles ungewiss. Absehbar ist, dass der „Europäische Pass“, also die single licence, mit der Versicherer mit einer Zulassung durch das Vereinigte Königreich im gesamten Gebiet der EU Geschäft zeichnen können, am 29. März 2019 jedenfalls in ihrer bisherigen Gestalt erlöschen wird. Die Branche plädiert teils für ein „grandfathering“, also für einen Bestandsschutz, der die Abwicklung der bestehenden Verträge – insbesondere die künftige Vereinnahmung von Prämien und die Auszahlung von Versicherungsleistungen – ermöglicht. Dem Vernehmen nach erwägt die britische Aufsichtsbehörde FCA hingegen, lediglich durch befristete Lizenzen eine Fortsetzung des Bestandsgeschäfts auf dem Kontinent zu ermöglichen.

EUROFORUM:
Und was gilt für das Neugeschäft britischer Versicherer?

Prof. Armbrüster:
Das hängt davon ab, inwiefern man sich auf EU-Ebene über eine zumindest eingeschränkte Fortführung der Dienstleistungsfreiheit verständigen wird. Kommt es zu einem „harten“ Brexit, dann werden Versicherer aus UK wie jeder andere Anbieter aus einem Drittstaat behandelt, was das Geschäft ganz wesentlich erschwert. Ein Ausweg bietet die Gründung einer Tochtergesellschaft in einem EU-Mitgliedstaat, die dann das Geschäft betreibt. Genau das planen derzeit viele britische Versicherer. Die BaFin hat sich bereits auf diese neue Klientel eingestellt und hält auf ihrer homepage konkrete Ratschläge in englischer Sprache vor.

EUROFORUM:
Wie wirkt sich der Brexit umgekehrt auf EU-Versicherer aus, die bislang im Vereinigten Königreich Geschäft zeichnen?

Prof. Armbrüster:
Der Brexit trifft zwar in erster Linie die in UK zugelassenen Versicherer. Es gibt aber durchaus auch Auswirkungen für kontinentaleuropäische Anbieter, die auf dem britischen Markt tätig sind. Sowohl im Bestands- als auch im Neugeschäft kann, wenn die single licence der Anbieter im Vereinigten Königreich nicht mehr gilt, der Vorwurf des unerlaubten Betreibens des Versicherungsgeschäfts im Raum stehen. Zu Recht hat daher Exekutivdirektor Frank Grund die Branche in Deutschland bereits davor gewarnt, den Brexit auf die leichte Schulter zu nehmen. Auch dies zeigt: Vernünftige Regeln für die künftige Geschäftstätigkeit liegen im Interesse aller Beteiligten.

EUROFORUM:
Und schließlich: Was bedeutet der Brexit für die Internationalen Versicherungsprogramme?

Prof. Armbrüster:
Zumindest ein „harter“ Brexit wird dazu führen, dass UK vom Geltungsbereich der sog. FoS-Policen (EU/EWR) in denjenigen der „roten Länder“ wechselt, die solchen Versicherern die Deckung lokaler Risiken untersagen, die keine lokale Zulassung vorweisen können. Das muss kein Drama sein – schließlich zählt etwa auch die Schweiz zu den „roten Ländern“ –, aber es führt doch für die Internationalen Programme zu einem erhöhten Gestaltungsaufwand, um das Ziel einer weltweit einheitlichen Deckung zu erreichen.