Internationale Versicherungsprogramme

EUROFORUM Konferenz20. und 21. November 2018, München

Networking-Support durch persönliche Einblicke

September 2018
Um das so wichtige Networking im Rahmen der Veranstaltung schon im Vorfeld zu unterstützen, stellen wir Ihnen die ReferentInnen der Konferenz mit Kurzportraits vor. Die vorab gestellten Fragen haben mal mehr und mal weniger Verbindung zur Versicherungsthematik und die Antworten bieten ein paar persönliche Anknüpfungspunkte für einen guten Einstieg in das persönliche Gespräch.

--------------------------------------

Jutta Berger,
Head of Financial Lines Underwriting,
Zurich

 

Was wollten Sie als Kind werden und was machen Sie heute beruflich?
Ich wollte Richterin werden, bin dann aber in Richtung Betriebswirtschaft gegangen und arbeite im Bereich Financial Lines eng in beiden Disziplinen, Jura und BWL.

Wohin sollte jeder einmal reisen?
Nach Rom. Die Stadt vereint wie kaum eine andere ganz toll die Moderne mit der Antike und ist für mich immer wieder eine Reise wert. Gaumenfreuden an jeder Ecke, die Annehmlichkeiten einer Großstadt und zwischendrin jahrtausendalte Sehenswürdigkeiten…

Auf welchen digitalen Netzwerken sind Sie am liebsten unterwegs?
Am liebsten gar nicht. Ich sitze den Großteil des Tages vor Notebook, Tablet oder Smartphone und möchte dies nicht unnötig ausdehnen. Ich beschränke digitale Netzwerke auf Xing und Linkedin. Der persönliche Kontakt ist mir der Liebste.

Schließen Sie Ihre persönliche Versicherung analog oder digital ab?
Sowohl als auch, je nach Thema und Beratungsbedarf.

An welchem Ort kommen Ihnen die besten Ideen?
Ganz unterschiedlich, Hauptsache der Geist hat etwas Freiheit.

Welche technologische Entwicklung finden Sie derzeit am interessantesten und warum?
Das autonome Fahren und die Vernetzung im Verkehrssektor, weil es unsere Art des Fahrens maßgeblich beeinflusst und ganz neue Herausforderungen für Mensch, Technik, Haftung, Versicherung etc. aufbringt.

Welches Thema in der Diskussion zur Veränderung der Versicherungswelt halten Sie für besonders wichtig oder überflüssig?
Besonders wichtig – die Digitalisierung.

Wie risikobereit sind Sie in Ihrem Privatleben auf einer Skala von 0-10?
Das ist ganz unterschiedlich – je nach Thema.

Wofür können Sie sich außerhalb der Versicherungsbranche begeistern? Welche Hobbies haben Sie?
Reisen und Sport. Ich betreibe eine koreanische Kampfkunst. Aber keine Angst, ich komme aus Zeitgründen leider nicht mehr so häufig und intensiv zum Trainieren. ;-)

--------------------------------------

Reto Collenberg,
Head Primary Lead Initiative EMEA,
Swiss Re International SE

 

Was wollten Sie als Kind werden und was machen Sie heute beruflich?
Ich wollte Förster werden – heute bin ich in der Versicherungsbranche tätig….

Wohin sollte jeder einmal reisen?
Kathmandu / Himalaya

Auf welchen digitalen Netzwerken sind Sie am liebsten unterwegs?
Whats App

Schließen Sie Ihre persönliche Versicherung analog oder digital ab?
Kombiniert

An welchem Ort kommen Ihnen die besten Ideen?
Beim Joggen

Erinnern Sie sich an eine berufliche Situation, aus der Sie besonders viel für Ihren weiteren Werdegang gelernt haben?
Meine 3 Jahre in der London City

Wie risikobereit sind Sie in Ihrem Privatleben auf einer Skala von 0-10?
7

Wofür können Sie sich außerhalb der Versicherungsbranche begeistern?
Welche Hobbies haben Sie?

Sport (Skifahren in Graubünden)

--------------------------------------

André Kyburz,
CFTP (Snr), ANZIIF (Assoc) CIP, Kundenberater/Mitglied des Kaders,
KESSLER & CO AG

 

Was wollten Sie als Kind werden und was machen Sie heute beruflich? Indianerhäuptling - Versicherungsbroker

Wohin sollte jeder einmal reisen?
Natürlich Australien.

Auf welchen digitalen Netzwerken sind Sie am liebsten unterwegs?
LinkedIn

Schließen Sie Ihre persönliche Versicherung analog oder digital ab?
Digital

An welchem Ort kommen Ihnen die besten Ideen?
Im Zug

Erinnern Sie sich an eine berufliche Situation, aus der Sie besonders viel für Ihren weiteren Werdegang gelernt haben?
Fehler zuzugeben, kann eine Kundebindung langfristig stärken.

Welches Thema in der Diskussion zur Veränderung der Versicherungswelt halten Sie für besonders wichtig oder überflüssig?
Digitalisierung und Digitalisierung (weil selbstredend ist, dass sich die Versicherungswelt modernisieren muss).

Wie risikobereit sind Sie in Ihrem Privatleben auf einer Skala von 0-10?
6

Wofür können Sie sich außerhalb der Versicherungsbranche begeistern?
Welche Hobbies haben Sie?

Outrigger Kanu Paddeln auf dem offenen Ozean, Bergwandern.

--------------------------------------

Dezember 2017


Interview mit Prof. Armbrüster zum Brexit

 


EUROFORUM:
Herr Professor Armbrüster, Sie wechseln im Januar für einige Monate von der Spree an die Themse – was führt Sie nach London?

Prof. Armbrüster:
Ich reise dorthin, solange das für Kontinentaleuropäer noch geht (lacht). Nein, im Ernst, es sind Versicherungsthemen, die mich nach London führen: Ich werde erneut eine Vorlesung zum Thema „Comparative Tort Law and Liability Insurance“ am Center for Transnational Legal Studies (CTLS) halten. Zugleich möchte ich die Gelegenheit nutzen, mir vor Ort ein Bild über die aktuelle Marktlage im Versicherungssektor und natürlich über die Auswirkungen des Brexit zu machen. Vom CTLS sind es nur ein paar Schritte zu den UK-headquarters der großen Versicherer.

EUROFORUM:
Was halten Sie persönlich vom Brexit?

Prof. Armbrüster:
Wenn man daran überhaupt irgendetwas Positives erkennen mag, dann dies: Die jetzt laufenden Verhandlungen führen allen Beteiligten deutlich vor Augen, welch enorme Fortschritte wir in der EU gerade im Bereich der Dienstleistungs-, Niederlassungs- und Kapitalverkehrsfreiheit gegenüber der Situation vor 50 Jahren erzielt haben. Wegen des Brexit muss diese liberale Wirtschaftsordnung nun im Verhältnis zum Vereinigten Königreich unter großem Zeitdruck in höchst mühseliger Kleinarbeit ein Stück weit zurückgenommen und neu ausverhandelt werden – ein völlig überflüssiges Unterfangen, das viele Kräfte absorbiert und zudem auf lange Sicht für Rechtsunsicherheit sorgen wird.

EUROFORUM:
Wie wird sich der Brexit auf das Geschäft der britischen Versicherer auswirken?

Prof. Armbrüster:
Noch ist vieles ungewiss. Absehbar ist, dass der „Europäische Pass“, also die single licence, mit der Versicherer mit einer Zulassung durch das Vereinigte Königreich im gesamten Gebiet der EU Geschäft zeichnen können, am 29. März 2019 jedenfalls in ihrer bisherigen Gestalt erlöschen wird. Die Branche plädiert teils für ein „grandfathering“, also für einen Bestandsschutz, der die Abwicklung der bestehenden Verträge – insbesondere die künftige Vereinnahmung von Prämien und die Auszahlung von Versicherungsleistungen – ermöglicht. Dem Vernehmen nach erwägt die britische Aufsichtsbehörde FCA hingegen, lediglich durch befristete Lizenzen eine Fortsetzung des Bestandsgeschäfts auf dem Kontinent zu ermöglichen.

EUROFORUM:
Und was gilt für das Neugeschäft britischer Versicherer?

Prof. Armbrüster:
Das hängt davon ab, inwiefern man sich auf EU-Ebene über eine zumindest eingeschränkte Fortführung der Dienstleistungsfreiheit verständigen wird. Kommt es zu einem „harten“ Brexit, dann werden Versicherer aus UK wie jeder andere Anbieter aus einem Drittstaat behandelt, was das Geschäft ganz wesentlich erschwert. Ein Ausweg bietet die Gründung einer Tochtergesellschaft in einem EU-Mitgliedstaat, die dann das Geschäft betreibt. Genau das planen derzeit viele britische Versicherer. Die BaFin hat sich bereits auf diese neue Klientel eingestellt und hält auf ihrer homepage konkrete Ratschläge in englischer Sprache vor.

EUROFORUM:
Wie wirkt sich der Brexit umgekehrt auf EU-Versicherer aus, die bislang im Vereinigten Königreich Geschäft zeichnen?

Prof. Armbrüster:
Der Brexit trifft zwar in erster Linie die in UK zugelassenen Versicherer. Es gibt aber durchaus auch Auswirkungen für kontinentaleuropäische Anbieter, die auf dem britischen Markt tätig sind. Sowohl im Bestands- als auch im Neugeschäft kann, wenn die single licence der Anbieter im Vereinigten Königreich nicht mehr gilt, der Vorwurf des unerlaubten Betreibens des Versicherungsgeschäfts im Raum stehen. Zu Recht hat daher Exekutivdirektor Frank Grund die Branche in Deutschland bereits davor gewarnt, den Brexit auf die leichte Schulter zu nehmen. Auch dies zeigt: Vernünftige Regeln für die künftige Geschäftstätigkeit liegen im Interesse aller Beteiligten.

EUROFORUM:
Und schließlich: Was bedeutet der Brexit für die Internationalen Versicherungsprogramme?

Prof. Armbrüster:
Zumindest ein „harter“ Brexit wird dazu führen, dass UK vom Geltungsbereich der sog. FoS-Policen (EU/EWR) in denjenigen der „roten Länder“ wechselt, die solchen Versicherern die Deckung lokaler Risiken untersagen, die keine lokale Zulassung vorweisen können. Das muss kein Drama sein – schließlich zählt etwa auch die Schweiz zu den „roten Ländern“ –, aber es führt doch für die Internationalen Programme zu einem erhöhten Gestaltungsaufwand, um das Ziel einer weltweit einheitlichen Deckung zu erreichen.