Euroforum Jahrestagung

Konsumentenkredite 4.0

Ausbau des Kreditgeschäfts – transparent, digital & kundenorientiert EUROFORUM KonferenzDiese Veranstaltung hat bereits am 22. und 23. Oktober 2019 in Berlin stattgefunden!

Veranstaltung Konsumentenkredite 4.0 – 22./23.10.2019 - Berlin

Interview mit:

Dr. Felix Lowinski, Bereichsleiter Vertrieb Unternehmenskunden SCHUFA Holding AG, Geschäftsführer finAPI GmbH
Dr. Florian Haagen, Gründer und Geschäftsführer finAPI GmbH

Die SCHUFA hat Ende 2018 Mehrheitsanteile an finAPI erworben. Wie sieht die Zusammenarbeit aus?

Dr. Felix Lowinski:
Die SCHUFA verfügt über einen qualitativ hochwertigen Personen- und Firmendatenbestand, wir speichern aktuell Daten zu 67,7 Millionen Privatpersonen und sechs Millionen Unternehmen. finAPI bringt die Stärke, das Wissen und die Technologie, Bankkontodaten zu strukturieren und digital aufzubereiten. Wir finden diese Kombination unheimlich spannend und haben in finAPI einen Partner gefunden, der unser Leistungs-Portfolio perfekt ergänzt.

Dr. Florian Haagen:
finAPI und die SCHUFA kooperieren eng bei der Entwicklung von XS2A-basierten Lösungen, zum Beispiel zur sicheren und komfortablen Identifikation von Verbrauchern bei Online-Geschäften. Die finAPI REST-API-Plattform ermöglicht den gesicherten Zugang zu derzeit 58 Millionen Endkunden-Konten. Zudem verfügt finAPI über eine BaFin-Lizenz, die für den Betrieb von Kontoinformationsdiensten (KID) oder Zahlungsauslösediensten (ZAD) erforderlich ist.

Ihr gemeinsamer Vortrag trägt den Titel „Smart Data: Turbolader für die Customer Journey“. Was verbirgt sich hinter diesem Titel?

Haagen:
Die Digitalisierung ermöglicht es Unternehmen, Kunden erweiterte Leistungen und Services zu bieten. Regulatorische Änderungen wie PSD 2 ermöglichen Drittunternehmen – nach Zustimmung des Kunden - den Einblick auf bislang nicht oder nur eingeschränkt nutzbare Daten. Dabei gilt: Die richtigen Daten für die richtigen Fragen finden. Nicht die Masse macht es, sondern die Relevanz der Daten zur Beantwortung der Fragen. Hier haben wir bereits viele Use Cases unserer Kunden effektiv unterstützen können.

Lowinski:
Im Zuge der Digitalisierung erwarten Kunden eine medienbruch-freie Customer Journey, die noch dazu für den Kunden möglichst einfach gestaltet und „abschließend“ ist, das heißt zum Beispiel, dass dem Kunden innerhalb einer Sitzung eine Zusage oder auch Absage seines Kreditantrags erteilt wird. Smart Data, also die intelligente Verwendung der richtigen Daten aus unterschiedlichen Quellen, beschleunigt den Onboarding-Prozess des Kunden sehr – zum Vorteil für Kunden und Unternehmen. Dazu muss ein Unternehmen allerdings gleichzeitig Bonitäts- und Identitätsprüfung, Betrugsprävention und Compliance-Management betreiben und all diese Prozesse in der Customer Journey verankern.

Welche Lösungen bieten Sie Unternehmen an, um die Customer Journey zu optimieren?

Lowinski:
Wir bieten Unternehmen digitale Auskünfte in Echtzeit. Wir können innerhalb von Sekundenbruchteilen valide Informationen zur Bonitäts- und Identitätsprüfung liefern. Darüber hinaus ermöglicht unsere GwG-Auskunft und der SCHUFA-ComplianceService Kreditinstituten die Erfüllung regulatorischer Anforderungen. Darüber hinaus entwickeln wir gemeinsam mit einem Kooperationspartner Lösungen, um KYC-Prozesse beim Onboarding von Firmenkunden zu digitalisieren und zu vereinfachen. Nicht zu vergessen ist der SCHUFA-FraudPool, der Kreditinstituten untereinander den Austausch von betrugsrelevanten Informationen ermöglicht und so bei der Betrugsprävention unterstützt.

Haagen:
finAPI bietet mittels XS2A Lösungen zur sicheren Identifizierung von Verbrauchern bei Online-Geschäften und zur Kategorisierung von Kontoinformationen. Ein Beispiel, wie Kunden unsere Schnittstelle einsetzen, ist die Digitalisierung von Kreditanträgen. Der Kunde erlaubt den Einblick in sein Bankkonto. Wir übermitteln dann digital zum Beispiel das für die Haushaltsrechnung notwendige Gehalt an den Kreditgeber. Das ist viel komfortabler als früher – als der Verbraucher Gehaltsnachweise seines Arbeitgebers umständlich einscannen oder per Post verschicken musste. Darüber hinaus bieten wir auch Lösungen zum Risikomanagement und zur Betrugsprävention. Seit Anfang 2019 sind wir BaFin-lizenziert und -beaufsichtigt – im Übrigen seinerzeit als zweites Unternehmen in Deutschland überhaupt. Damit ist die Rechtssicherheit für den Betrieb von Kontoinformations- und Zahlungsauslösediensten sowie damit verbundener Lösungen gewährleistet.

Lowinski:
Die Freigabe von Daten ist immer eine Vertrauensfrage. Wir nehmen Verbraucher- und Datenschutz sehr ernst, zum Beispiel werden Daten bei der SCHUFA nur in Deutschland gespeichert. Wir sind glücklich über die Ergebnisse einer Umfrage, die gezeigt hat, dass der SCHUFA sehr viel Vertrauen entgegengebracht wird. Wir gelten als seriöse Marke und stehen für Neutralität und Datensicherheit. Wir bieten Unternehmen schnelle, sichere und datenschutz-konforme Lösungen für ihr Risikomanagement und Betrugsprävention – zum Vorteil für Wirtschaft und Verbraucher. Auf dieser Basis erweitern wir gemeinsam mit finAPI unser Lösungsspektrum – die komplementären Kompetenzen von SCHUFA und finAPI werden von unseren Kunden bereits als sehr vielversprechend wahrgenommen.