PKV aktuell

EUROFORUM KonferenzDiese Veranstaltung hat bereits am 22. und 23. August 2016 in Berlin stattgefunden!

Roland Weber, Debeka Krankenversicherung

Digitalisierung passt auch in die PKV

Die PKV steht für die Verlässlichkeit, ihren Versicherten über ihr gesamtes Leben zu angemessenen Beiträgen den Zugang zu einer hochwertigen Gesundheitsversorgung zu ermöglichen. Das Geschäftsmodell der PKV ist daher auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit angelegt. Kurzzeitige Trends spielen allenfalls im Marketing, nicht aber in der Kalkulation und der Tarifgestaltung eine Rolle. Die PKV ist aber auch eine Säule des gesellschaftlichen Gesundheitssystems; die Ansprüche unserer Kunden entwickeln sich mit dem Fortschritt um sie herum weiter.

"Das eigene Gesundheitsverhalten in der digitalen Welt von heute zu messen, hat alles was ein Lust- und Spaßthema benötigt: Einen egozentrischen Blick auf die eigene Person, ständig Neuigkeiten zum Lesen oder Erzählen und eine externe Belohnung durch Punkte, verbesserte Daten oder sogar monetäre Anreize", heißt es in der YouGov-Studie "Quantified Health". "Deswegen besteht tatsächlich ein zunehmendes Potenzial im Markt, das auch von Krankenkassen und -versicherern nicht missachtet werden darf", so die Studie weiter.

Passt das mit der PKV zusammen? Sind große Kollektive und der egozentrische Blick auf die eigene Person, sich mit anderen zu messen und sich dadurch aber auch abzugrenzen, miteinander vereinbar?

Digitale Angebote werden angenommen. Die Auslands-App der Debeka, die eine 24-Stunden-Notrufhotline, eine Hotline für Arzt- oder Krankenhaussuche, ein weltweites Notrufverzeichnis, Länderinformationen und Impfempfehlungen, Tipps zur Ersten Hilfe und eine GPS Übermittlung per E-Mail im Notfall hat, wird von vielen Versicherten heruntergeladen.


Anzahl der Downloads der Debeka-Auslands-App

Gleiches gilt für die neue App zum digitalen Übermitteln von Rechnungen. Digitalisierung bedeutet nicht zwangsläufig einen neuen Weg der Kalkulation, sondern auch Unterstützung und Information.

Erwarten die Versicherten nicht von ihrer Krankenversicherung, dass sie neue Datenquellen zur Verbesserung der Gesundheitsvorsorge, Krankheitsvorbeugung und optimaler Therapien im Krankheitsfall nutzt? Ist die PKV nicht sogar dazu verpflichtet, aus den ihr vorliegenden Daten den Versicherten Informationen über den wirksamsten Umgang mit Krankheitsverläufen zu geben? Gehört zu einem Krankenversicherer nicht dazu, telemedizinische Versorgungskonzepte zu fördern, um auch älteren Versicherten und Versicherten in strukturschwachen Gegenden einen Zugang zur notwendigen Behandlung zu ermöglichen?

Digitale Angebote können auch einen Austausch zwischen Unternehmen und Versicherten fördern, die Transparenz über die Bearbeitungsvorgänge erhöhen und gleichzeitig die Prozesse effizienter gestalten. Wenn der Versicherte über unsere App Rechnungen einscannt und uns zuschickt, spart nicht nur er Porto, auch beim Versicherer muss die Post nicht geöffnet werden. Der Versicherte unterstützt durch das Scannen unmittelbar den Leistungsprozess, den er durch die App auch noch verfolgen kann. Die Prozessschnelligkeit wird dadurch extern durch den Kunden überwacht. Digitalisierung lässt Barrieren überwinden und Einblicke in bislang undurchsichtige Sphären gewähren.

Die Chancen, die die neuen Entwicklungen mit sich bringen, müssen sorgfältig gegen die Risiken abgewogen werden. Die Beachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen, vor allem des Datenschutzes und der Datensicherheit, ist selbstverständlich. Denn nur so sind die obersten Ziele der Nachhaltigkeit und Verlässlichkeit des Versicherungsschutzes erreichbar.