17. EUROFORUM-JAHRESTAGUNG

RECHT IN DER AUTOMOBIL-ZULIEFERERINDUSTRIE

Die unabhängige Plattform für Automobil-Zulieferer und OEMs EUROFORUM JahrestagungDiese Veranstaltung hat bereits am 3. bis 5. Juni 2019 in Düsseldorf stattgefunden!

Programm

Montag, 3. JUNI 2019 - DIESER TAG IST SEPARAT BUCHBAR

„Produkthaftung und Rückrufmanagement“

VORSITZ

HANS-GEORG LOHRMANN
Quality-Reliability-Safety Consultant,
hdg Consulting


Hans-Georg Lohrmann war Leiter der Abteilung Reliability & Conformity of Production bei der ZF TRW Automotive GmbH. Er verfügt über langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Sicherheit, Zuverlässigkeit und Produkthaftung im Automobilbereich. Er ist seit September 2015 im Ruhestand und ist freiberuflich weiterhin tätig. Schwerpunkte seiner Tätigkeit im Bereich der Rückhaltesysteme für den Insassenschutz sind Unterstützung der Zuverlässigkeits-, Sicherheitsplanung und Nachweisverfahren sowie Litigation Support.

EINLEITUNG

Infolge immer fortschreitender Digitalisierung und technischer Trends wie autonomes Fahren und Elektromobilität werden Fahrzeuge immer komplexer. Die Sicherheitsanforderungen wiederum wachsen dadurch stetig und die Anforderungen an Mangelfreiheit der Systeme erhalten eine neue Dimension der Haftung. Damit einhergehend wächst die Zahl der Rückruf- und Serviceaktionen. Beispiele dafür sind die in den letzten Jahren, bis zur jüngsten Vergangenheit, in der Öffentlichkeit bekannt gewordene und intensiv diskutierte Schadensfälle mit erheblichen Folgen für Geschädigte und Unternehmen. Rückrufaktionen haben zudem bei einem Massenprodukt zur Behebung von Sicherheitsmängeln schwerwiegende bis existenzielle Konsequenzen für das Unternehmen. Umso wichtiger ist es für Hersteller, für Fehlerfreiheit in der gesamten Organisation zu sorgen.

  • Wer im Unternehmen ist für die Produktsicherheit verantwortlich?
  • Ist ihre gesamte Organisation aufgestellt, um sicherheitsrelevante Fehler zu vermeiden, bzw. das Risiko zu mindern?
  • Ist die Compliance hinsichtlich Produkthaftung im gesamten Unternehmen sichergestellt?
  • Können im Fall von Anschuldigungen schnell, gezielt und umfassend Beweise bereitgestellt werden?
  • Wie können ungerechtfertigte Ansprüche abgewehrt werden?
  • Was ist aus den, vor allem in der Öffentlichkeit sehr beachteten, Produkthaftungsfällen zu lernen?

WAS SIE LERNEN

Ziel dieses Spezialtages ist die Vermittlung der Grundlagen und Bedeutung der Produkthaftung für Unternehmen und Mitarbeiter sowie die Vermittlung von vorausschauenden Maßnahmen.

INHALTE

  • Grundlagen der Produkthaftung (Produkthaftungsgesetz)
  • Zivilrechtliche und strafrechtliche Verantwortung des Unternehmens und persönliche Haftung der Mitarbeiter
  • Sachmängelhaftung
  • Folgen des Produktsicherheitsgesetzes
  • Produkthaftung in Europa und in den USA
  • U.S. TREAD Act, Meldepflichtgesetz für Hersteller und Zulieferer für Meldungen an die NHTSA (amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde)
  • U.S. Motor Vehicle Whistleblower Act (Womit ist zu rechnen?)
  • Bedeutung von Normen und Standards (u.a. ISO26262 Funktionale Sicherheit)
  • Produkthaftung bei Werbung und in der Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen
  • Qualitätsmanagement, Bedeutung unter dem Gesichtspunkt der Produkthaftung
  • Produkthaftung in der Zulieferkette
  • Qualitätssicherungsvereinbarungen
  • Instruktionen, Warnungen
  • Folgen neuer Technologien (Fahrerassistenzsysteme, autonome Fahrzeuge)
  • Risikominderung im Unternehmen, Prävention
  • Vorbeugende Produktsicherheitsmaßnahmen während der Produktentwicklung
  • Produktbeobachtung und resultierende Konsequenzen
  • Dokumentation, beweiskräftige Nachweise
  • Versicherung des Produkthaftungsrisikos
  • Rückrufentscheidung, Rückrufabwicklung

IHR ZEITPLAN

10.00 Beginn des Spezialtages
11.30 – 12.00 Kaffeepause
12.00 – 13.30 Fortsetzung des Spezialtages
13.30 – 14.30 gemeinsame Mittagspause
14.30 – 16.00 Fortsetzung des Spezialtages
16.00 – 16.30 Kaffeepause
16.30 – 18.00 Fortsetzung des Spezialtages
18.00 Ende des Spezialtages mit einem gemeinsamen Umtrunk

Dienstag,| 4. JUNI 2019

„Neue Herausforderungen für die Rechtsabeilung“

8.30
Empfang mit Kaffee und Tee

9.00
Begrüßung und Einführung in die Thematik durch den Vorsitzenden
MARTIN MAIER,
General Counsel Automotive, Schaeffler AG

NEW MOBILTY

9.15 EINFÜHRUNG
Rechtsfragen der New Mobility Trends

  • Autonomes Fahren
  • Connectivity
  • Shared Mobility
  • Elektrifizierung

DR. PATRICK AYAD, Partner und Global Head of Automotive and Mobility, Hogan Lovells

10.00
Autonomes Fahren und vernetzte Mobilität: Evolution oder Revolution in Sachen Haftung, Gewährleistung und Datenschutz?

  • Müssen Haftungsgrundsätze neu gedacht werden? Wer ist Fahrer und wer haftet bei Unfällen?
  • Gewährleistungs- und Haftungsfragen im Verhältnis Kunde – OEM – Zulieferer
  • Neue Herausforderungen in Sachen Datenschutz und Datensicherheit

DR. JÖRG KAHLER, Partner, Rechtsanwalt, GSK Stockmann

10.45
Pause mit Kaffee und Tee

11.15 PRAXISBERICHT AUS DER RECHTSABTEILUNG EINES START-UP IM KONZERNGEFLECHT
Legal meets Start-up meets Autonomous Driving

  • Arbeit in einer Start-up-Rechtsabteilung im Automobilsektor – streamline oder vogelwild?
  • Agile working methods und legal compliance – wie geht das zusammen?
  • Der Jurist als Designer – eine Fallstudie am Beispiel Rechtsfragen des automatisierten Fahrens

DR. VOLKER HARTMANN, Head of Legal Product, Autonomous Intelligent Driving GmbH (Start-up im Konzernverbund von VW)

11.30
Pause mit Kaffee und Tee

12.00
On Demand Car Functions – rechtlicher Rahmen

  • Was ändert sich für OEMs und Zulieferer?
  • Vertragsgestaltung Zulieferer – OEM – Nutzer
  • Welche Bezahlmodelle gibt es?
  • Wer haftet für die Verfügbarkeit?
  • Wie kann man sich vor Drittanbietern schützen?

DR. THOMAS JANSEN, Rechtsanwalt/Partner, HEUKING KÜHN LÜER WOJTEK PartGmbB von Rechtsanwälten und Steuerberatern

12.45
Gemeinsames Mittagessen

LEGALTECH

14.00 ÜBERSICHT
Elektronische Aktenverwaltung
Reine Ablage vs. Zentrum einer intelligenten Prozessführung
Katja Nikolaus, Rechtsanwältin, Partner, Waldorf Frommer

14.30 PRAXISBERICHT
Wieso Regulatory Monitoring?

  • Wie dicht sollte das Monitoring-Netz sein?
  • Risikobasierter Ansatz
  • Vom allgemeinen Monitoring zur Umsetzung im Unternehmen
  • Statistische Auswertung und Reporting an die Geschäftsleitung

MARTIN MAIER, General Counsel Automotive, Schaeffler AG
DR. NICOLAI BEHR, Rechtsanwalt, Baker McKenzie

15.15
Pause mit Kaffee und Tee

DATENSCHUTZ

15.45 PRAXISBERICHT AUS SICHT EINES OEMS
Recht an Daten, Informationsschutz und IP-Rechte in den BMW Einkaufsbedingungen

  • Wem gehören Daten?
  • Zu welchen Informationsschutzmaßnahmen ist der Lieferant verpflichtet?
  • Gibt es Ausnahmen von der Geheimhaltungspflicht?
  • Wem gehören die Arbeitsergebnisse?
  • Darf der OEM Altschutzrechte des Lieferanten nutzen?

ARND MEIER, Head of Contract Management, BMW, Puchaising Division

IT-VERTRÄGE

16.30 AKTUELLE RECHTSPRECHUNG
Agile IT-Entwicklungsverträge – Der Königsweg gegen das Scheitern großer IT-Projekte? Aktueller Stand der wichtigsten Fragestellungen und Lösungsansätze

  • Mängelgewährleistung
  • Vergütung
  • Vertragslaufzeitregelungen
  • Arbeitnehmerüberlassung

DR. ANDREAS LOBER, Partner, Beiten Burkhardt

17.15
Ende des Tages
„Neue Herausforderungen für die Rechtsabteilung“

18.00
Zum Abschluss des Tages laden wir Sie herzlich zu einem Umtrunk ein. Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Kontakte zu pflegen und auszubauen.

Mittwoch, 5. JUNI 2019

„Business as usual“

8.30
Begrüßung mit Kaffee und Tee

9.00
Begrüßung durch den Vorsitzenden und Einführung in die Thematik des Tages
DR. LARS MICHELS LL.M., Head of Legal, thyssenkrupp System Engineering GmbH

LEGAL PRACTICE

9.15 PRAXISBERICHT AUS SICHT EINES TIER 1 ZULIEFERERS
Blickpunkt Einkauf

  • Einbindung der Rechtsabteilung in Einkaufsprozesse
  • Typische Verhandlungsthemen und sonstige Herausforderungen
  • Richtiger Umgang mit Lieferanten-Claims

DR. LARS MICHELS LL.M., Head of Legal, thyssenKrupp System Engineering GmbH
KERSTIN SPRUNG, Rechtsanwältin/Senior Counsel, Legal, thyssenkrupp System Engineering GmbH

10.00 PRAXISBERICHT AUS SICHT EINES OEMS
Vertragsgestaltung aus der Perspektive eines Automobilherstellers

  • Übersicht AUDI AG
  • Vertragslandschaft der AUDI AG – Spannungsfeld in der Lieferkette
  • Verteilung der Rechte am Arbeitsergebnis – Schutzrechte
  • Vertragsgestaltung im Rahmen Smart Factory
  • Haftung

MICHAEL HERZOG, Syndikusanwalt, Zentraler Rechtsservice, AUDI AG
TIM SOMBOONVONG, Syndikusanwalt, Zentraler Rechtsservice, AUDI AG

10.45
Pause mit Kaffee und Tee

11.15 PRAXISBERICHT AUS SICHT EINES TIER 2 ZULIEFERERS
Vertragsgestaltung aus der Sicht eines TIER 2 Zulieferers in Theorie und Praxis oder: Im Spannungsfeld von Privatautonomie und Verhandlungsmacht

  • Theorie der Verhandlungsführung am Beispiel des Harvard-Konzepts
  • Realität und Praxis der Vertragsanbahnung in der täglichen Herausforderung zwischen
    • fairem Leistungswettbewerb und eindimensionaler Kostenoptimierung
    • Gestaltungsfreiheit und Fremdbestimmung
    • Business Ethics und Marktmacht
    • gesetzlich begründbaren Ansprüchen und einseitiger Leistungsbestimmung
  • Lösungsansatz – Hilf dir selbst, sonst tut es sicher keiner!
    • Politik: Eher nicht
    • Recht – allgemein: Rechtswahl – deutsches Recht besser als sein Ruf
    • Recht – konkret: AGB-Kontrolle als „Ersatzkartellrecht“
    • Generell: Verhandlungsgeschick

RA PETER DORSCHT, Head of Legal, Oechsler AG

12.00 PRAXISBERICHT TIER 1 ZULIEFERER MIT KLEINER RECHTSABTEILUNG IM INTERNATIONALEN VERBUND
Die kleine Rechtsabteilung in der „smart factory“
Herausforderungen aus Sicht eines Tier 1 zwischen OEM und in der Lieferkette im globalen Kontext

  • Was war?
  • Was ist?
  • Was kommt?

DENISE MÖSCHWITZER, Head of Legal Department, Röchling Automotive SE & Co. KG
NIKOLAUS NIEPON, Legal Specialist – Contract Management, Syndikusrechtsanwalt, Röchling Automotive SE & Co. KG

INTERNATIONALES RECHT

12.45 PRAXISBERICHT
Automobilzulieferer im russischen Markt: Zwischen Sanktionen und Importsubstitution

  • Local-Content: Was gilt es zu beachten? - Die neue russische Lokalisierungsstrategie
  • Industriemontagevereinbarungen versus Sonderinvestitionsvereinbarungen
  • Deutsche Zulieferer zwischen Local-Content-Forderungen und Sanktionen

Falk Tischendorf, Managing Partner des Moskauer Büros, Beiten Burkhardt

13.30
Gemeinsames Mittagessen

TRANSFORMATION

14.30 AKTUELLE RECHTSPRAXIS
Economic Slow Down & Change: Mitarbeiter und ihre Vertretungen auf die Reise mitnehmen

  • Aktuelle Personalherausforderungen in der Zulieferindustrie
  • Fokus: Schlüssel-Personal
  • „Zu früh oder zu spät“: Klassische Ankündigungs- Kommunikation in der Sackgasse
  • Top-Down Informations-Overkill: Alternative Beratungsansätze in der Transformation

DR. BURKARD GÖPFERT, Partner, KLIEMT. HR Lawyers

KARTELLRECHT

15.15 WETTBEWERBLICHE ZUKUNFTSPERSPEKTIVEN
Neues im Kartellrecht für Zulieferer und Ersatzteilmärkte: Impulse aus Brüssel und Berlin

  • Reform der Gruppenfreistellungsverordnungen (GVO) 461/2010 und 330/2010
  • Neues EU-Kooperationsverfahren und Wettbewerbsagenda der künftigen Kommission
  • Entwurf für eine deutsche Reparaturklausel für sichtbare Ersatzteile

Dr. Thomas G. Funke LL.M., Partner, Osborne Clarke

16.00
Ende der Jahrestagung