EUROFORUM-Konferenz

SMALL SCALE LNG

Gas geben mit LNG im Tank EUROFORUM Konferenz26. und 27. November 2019, Hamburg

Iñaki Merkel
Partner
Merkel Energy GmbH, Essen

 

Herr Merkel, LNG als alternativer Kraftstoff ist in Deutschland durch die Import-Terminal-Debatte aktuell wieder im Gespräch. Welches Wachstum können Sie in den nächsten Jahren prognostizieren?

Bereits jetzt sehen wir in Deutschland einen späten aber dynamischen Start von LNG als Kraftstoff. Ohne Lieferengpässe bei LKWs und Tankinfrastruktur werden in 2020 voraussichtlich mehr als 2.000 LKWs und knapp 20 Tankstellen erreicht. Persönlich erwarte ich ein weiteres starkes Wachstum, aber abhängig von CO2 Preisen und dem Engagement von Daimler. Importterminals gäben der Entwicklung einen enormen weiteren Schub, vor allem in der Schifffahrt!

Wichtig für die Etablierung von LNG bei Reedereien und Spediteuren ist der Kraftstoffpreis. Was muss passieren, damit LNG konkurrenzfähig gegenüber beispielsweise (Schiffs-)Diesel wird?

Wesentliches Kriterium ist die Verfügbarkeit. Anders als (Schiffs)Diesel ist LNG eben nicht überall verfügbar. Firmen müssen viel stärker planen und sich auf spezifischen Routen fokussieren. Aber auch die Beschaffung ist aufgrund starrer Verträge für Lieferanten und Kunden ein Hindernis. Regionale Speicher und Small Scale LNG Handel (z.B. über unsere geplante Handelsplattform) sind m.E. neben dem Ausbau der Tankinfrastruktur der nächste Schritt für eine stärkere Marktpenetration.

Welche Chancen und Hürden sehen Sie für Bio-LNG in dieser Hinsicht?

Bio LNG ist essentiell. LNG verfügt bereits über hervorragende Eigenschaften bzgl. gesundheitsschädlichen Emissionen. Sobald auch die CO2 Werte gesenkt werden, sprechen wir von einem kompletten erneuerbaren Kraftstoff!

Wesentliche Hürden sind u.a. die Barrieren für den europäischen Handel von alternativen Kraftstoffen und Energien und Unsicherheiten in Deutschland bei der THG Anrechnung.