Was passiert mit meinen Daten, wenn ich einen Flug buche? – Datenschutz am Flughafen Düsseldorf

Was passiert mit meinen Daten, wenn ich einen Flug buche? Und gibt es Gesichtserkennungssoftware am Düsseldorf Airport?  Andreas Klingler leitet die Rechtsabteilung des Flughafen Düsseldorf  und gibt in diesem Interview einen Einblick in das Thema Datenschutz am Flughafen. Er verrät, wie der DUS sich auf die Datenschutzgrundverordnung vorbereitet.

Andreas Klingler ist Sprecher beim Datenschutzkongress 2017 im Mai in Berlin zum Thema Flugreisen und Datenschutz – Umgang mit Passagierdaten aus Sicht eines Flughafens. Erhalten Sie beim DSK17 zahlreiche Best Practice Einblicke und bereiten Sie Ihr Unternehmen auf die Datenschutzgrundverordnung vor!

Herr Klingler, ich buche online einen Flug aus Düsseldorf nach Miami. Zu welchem Zeitpunkt erfährt die Flughafen Düsseldorf GmbH davon?

Andreas Klingler: Die Flughafen Düsseldorf GmbH erhält nach Beendigung des Check In Vorgangs Kenntnis von der Person des Reisenden. Die Grobzahlen über die Anzahl der Passagiere für einen Flug werden von der Fluggesellschaft zu Planungszwecken schon früher übermittelt, jedoch nicht personalisiert.

Flugschalter, Kontrolle am Übergang zur Security, bei Reisen außerhalb der Schengen-Zone am Zoll und noch einmal am Gate: Vom Betreten des Flughafens bis ich in meinem gebuchten Sitz Platz nehme, werden bis zu viermal Daten von mir elektronisch erfasst. Laufen diese Daten irgendwo am Flughafen zusammen? Werden diese gespeichert?

Andreas Klingler: Die Daten aus dem Check In werden mit den Daten der Bordkartenkontrolle sowie dem Boarding zusammengeführt. Hierauf haben sowohl Fluggesellschaft als auch die Flughafen Düsseldorf GmbH Zugriff. Eine Vermischung mit Daten, die behördlicherseits erhoben werden, findet allerdings nicht statt.

Wer hat auf diese gespeicherten Daten Zugriff?

Andreas Klingler: Zugriff auf die Daten haben die jeweils gebuchte Airline sowie operative Geschäftseinheiten der Flughafen Düsseldorf GmbH.

Überwachungskameras an Flughäfen sind gang und gäbe, sind diese mit Gesichtserkennungssoftware ausgestattet?

Andreas Klingler: Nein, Gesichtserkennungssoftware wird bei den Kameras der Flughafen Düsseldorf GmbH nicht eingesetzt – diese stellen den Hauptteil der am Flughafen vorhandenen Kameras dar. Soweit bekannt, haben auch die behördlicherseits installierten Kameras keine Gesichtserkennungssoftware.

Ist der Flughafen Düsseldorf GDPR-ready? Mussten Vorgänge wegen der EU-Datenschutzgrundverordnung geändert/justiert werden?

Andreas Klingler: Die Flughafen Düsseldorf GmbH ist gegenwärtig damit beschäftigt, den konkreten Anpassungsbedarf der operativen Prozesse, insbesondere der erteilten Einwilligungen in Datenverarbeitungsprozesse, zu überprüfen.

Andreas Klingler Flughafen DüsseldorfAndreas Klingler, Rechtsanwalt und Dipl. Verwaltungswirt, leitet seit 2009 die Rechtsabteilung der Flughafen Düsseldorf GmbH, die den gesamten Konzern berät und direkt der Geschäftsführung berichtet. Seit Anfang des Jahres 2013 ist er ferner Chief Compliance Officer und Datenschutzbeauftragter der FDG. Bevor Andreas Klingler 2001 die Rechtabteilung des Flughafens Düsseldorf verstärkte, war er mehrere Jahre in Düsseldorf anwaltlich mit dem Hauptbetätigungsfeld umweltbezogener Infrastrukturprojekte tätig. Er studierte Rechts- und Verwaltungswissenschaften in Freiburg und Berlin. Sein Schwerpunkt liegt im Luftrecht, Umweltrecht sowie Immobilienrecht. Neben allen Fragen der Fortentwicklung der luftrechtlichen Planfeststellungs- und Genehmigungslage übernahm er für den Flughafen etwa auch die juristische Betreuung der Flughafenentgelte sowie der Entwicklung der Airport City.