Datenleck-Vorwurf gegen Bertelsmann-Tochter Infoscore: Mieterselbstauskunft offline

Der Bericht „Datenleck bei Bertelsmann-Tochter Infoscore“ des Radiosender NDR Info hat dazu geführt, dass die Infoscore Consumer Data GmbH (ICD) ihr Online-Angebot vorerst abgeschaltet hat.

Infoscore verlangte  Namen, Adresse, Geburtsdatum und eine ungeprüfte Handynummer

Auf der Webseite des IDC konnten wohnungssuchende Privatpersonen eine Selbstauskunft einholen, um so künftige Vermieter von ihrer Bonität überzeugen zu können. Gleichzeitig wurden auch „negative“ Informationen wie Inkassovorgänge und laufende Insolvenzverfahren bereitgestellt.

In dem NDR-Bericht wird bemängelt, dass die Bertelsmann-Tochter Infoscore zusätzlich zu der Gebühr von circa 20 Euro lediglich den Namen, die Adresse und das Geburtsdatum abfragte, wenn man Informationen zu seiner Person erhalten wollte. Weiterhin musste zwar eine Mobilfunknummer angegeben werden – ob das Telefon tatsächlich der betroffenen Person gehörte, wurde laut dem Bericht aber nicht nachgeprüft.

Kopie des Personalausweis darf online nur selten angefordert werden

Auf eine Identitäts-Überprüfung mithilfe einer Kopie des Personalausweises, wie zum Beispiel bei der Schufa, verzichtete Infoscore, weil das Dokument nur unter ganz bestimmten Umständen angefordert werden darf. Somit steht nun auch diese Praktik bei der Verifizierung unter Beobachtung.

Verfügte man also über Namen, Adresse und Geburtsdatum einer anderen Person, konnte man für 20 Euro erfahren, ob diese in finanziellen Schwierigkeiten steckte.

Infoscore hat den Dienst nun vorerst vom Netz genommen, bis die Vorwürfe geklärt sind. Das Unternehmen betonte, dass es sich nicht um ein Datenleck handele, da es nur um Einzelabfragen gehe und nicht den Verlust von Datenbanken.

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