Industrie 4.0 ist noch nicht im Mittelstand angekommen


Industrie 4.0 Mittelstand eurodata

Auch wenn das Thema Industrie 4.0 bereits seit Jahren diskutiert wird, scheint es bislang bei den deutschen Mittelständlern zwar angekommen, aber nur teilweise umgesetzt zu sein. Warum das so ist und wie sich die Situation ändern lässt, erläutert Uwe Richter, Vorstandvorsitzender der eurodata AG in Saarbrücken.

Industrie 4.0 darf im deutschen Mittelstand nicht nur ankommen, sondern muss auch umgesetzt werden. Wie das geht, erfahren Sie bei #dconomy16 im Oktober in Düsseldorf!

Herr Richter,  Jeder redet vom Digitalisierungstrend, aber nur wenige KMUs folgen diesem Trend Industrie 4.0 bisher. Woran liegt das?

Richter: Die Aufgabenstellungen der Digitalisierung oder von Industrie 4.0 lassen sich nicht einfach nebenher bewältigen. Sie bedürfen vielmehr einen Strategiewechsel der Unternehmen und ein solcher fordert enorme Vorbereitungen ein. Deshalb hadern viele Unternehmen schon, bevor sie überhaupt anfangen.

Wie lässt sich das vermeiden?

Richter: Indem man beispielsweise eine Art „Task Force Industrie 4.0“ aufbaut – ein Team, dass die bestehenden Unternehmensprozesse kennt, aber bereit ist, diese zu überdenken und neue, digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln. Damit man sich dabei nicht verzettelt, empfiehlt sich eine strategische Vorgehensweise. Wir haben hierfür ein Fünf-Stufen-Modell entwickelt, das hilft, sich auf das Wesentliche zu fokussieren.

Um welche konkreten Schritte handelt es sich?

Richter: Zunächst sollte das bestehende Businessmodell überprüft und mit digitalen Aspekten erweitert werden. Dann gilt es zu entscheiden, ob man den zukünftigen Weg als Unternehmen alleine oder im Verbund mit Partnern gehen möchte.

Wie muss man sich das vorstellen?

Richter: Es muss definiert werden, ob das neue Businessmodell allein durch das Unternehmen gestemmt werden kann bzw. welche Leistungen oder Services dazugekauft werden müssen. Sobald eine Vision entworfen wurde, geht es darum, den definierten Prozess zu digitalisieren. Wir empfehlen klein zu starten und zu schauen, wie sich schnelle Erfolge erzielen lassen. Hier kommen – je nach Anforderung – die Themen Datenintegration und -austausch sowie deren Analyse ins Spiel. Das Ergebnis sind smarte Daten und Prozesstransparenz.

Aber wie entsteht letztendlich der Mehrwert?

Richter: Indem Daten zusammengeführt und intelligent gemacht werden. Werden beispielsweise Konfigurationsdaten, mit der physischen Umgebung, etwa einem Produktionsbetrieb, vernetzt, können so individuelle Produkte entstehen. Diese Kombination aus virtueller und physischer Welt erzeugt den Nutzen und damit auch den Wettbewerbsvorteil.