aCar : TU München entwickelt Elektro-Auto für Afrika

aCar : TU München entwickelt Elektro-Auto für Afrika

Wissenschaftler der TU München haben das Elektro-Auto „aCar“ speziell für den Einsatz in ländlichen Regionen in Afrika entwickelt.

Vor fünf Jahren begannen Wissenschaftler der TU München innerhalb eines Forschungsprojektes, ein Auto zu bauen, das die Mobilität in Entwicklungsländern verbessern soll. Gerade für die ländlichen Regionen mit schlechter Infrastruktur entsteht so eine neue Möglichkeit der Mobilität. Getrieben von zwei Elektromotoren und einer Leistung von 8kW/ 11 PS kann das Auto eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 60 km/h erreichen.

Dipl.-Ing. Sascha Koberstaedt und Dipl.-Ing. Martin Soltes, Leiter des Projekts aCar

Dipl.-Ing. Sascha Koberstaedt und Dipl.-Ing. Martin Soltes, Leiter des Projekts aCar

Mit einer Zuladungsmöglichkeit von einer Tonne bietet das aCar Platz für Personen- und Gütertransport und soll so einen besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung, zu Bildung und Informationen in abgelegenen Gebieten ermöglichen. Neben der Geländegängigkeit standen bei der Entwicklung ein einfacher und robuster Aufbau sowie der elektrifizierte Antriebsstrang im Vordergrund. So stellen auch die unebenen Straßen, Schotterwege und Hügel kein großes Problem mehr dar. Wichtig war außerdem, dass durch den einfachen Aufbau die Wartung erleichtert wird. Neben Bosch beteiligen sich noch einige weitere Firmen wie die Zulieferer Mahle und Dräxlmaier an dem Projekt. Die Technologien und deren Kombination sind dabei modular wählbar. Bei Bedarf kann z.B. die vordere E-Maschine abgekoppelt werden. Diese Vielfalt macht das Auto nicht nur für afrikanische, sondern auch für europäische Regionen z.B. für Förster, Gärtner oder Bergbaufirmen interessant. Aufgeladen werden kann das Auto an jeder Schuko-Steckdose und später ebenfalls über eine Schnellladeoption. Auf dem Dach befinden sich zudem Solarzellen, die eine Strecke von fünf bis acht Extra-Kilometer garantieren. Das aCar, welches mit dem Bayerischen Staatspreis in der Kategorie „Sustainable Product & Mobility Concepts“ ausgezeichnet wurde, soll nun Ende 2019 auf den Markt kommen und bis 2025 in elf Märkten erhältlich sein. In Afrika soll das Auto weniger als 10.000 Euro, für Interessenten aus Europa rund 22.000 Euro kosten.

Mehr über das aCar erfahren Sie in einem aktuellen Bericht der WirtschaftsWoche:
So fährt das Billig-Elektroauto aCar