Energieversorgung der Zukunft – Interview mit Klaus Heikrodt

Prof. Dr.-Ing. Klaus Heikrodt ist Professor für Energietechnik an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe und Referent des Haustechniktages 2017 am 20. und 21. Juni in Mainz. In seinem Vortrag wird er sich dem Thema „Zukünftige Energie- und Wärmeversorgung von Gebäuden“ widmen. Im Vorfeld der Veranstaltung hat er uns bereits einige Fragen zur Energieversorgung der Zukunft beantwortet.

Vor welchen Herausforderungen steht der Wärmemarkt in Zeiten der Energiewende?

Klaus Heikrodt: Um der Energiewende im Wärmemarkt Rechnung zu tragen, werden im Wesentlichen drei Wege beschritten: Reduzierung des Energieverbrauchs, Einkopplung erneuerbarer Energien und Senkung der Treibhausgasemissionen. Im Gebäudeneubau lässt sich das umsetzen, flankiert von EnEV und dem EEWärmeG, zukünftig vom GEG. Für den wesentlich größeren Gebäudebestand sind die Ziele sehr ambitioniert und die Umsetzung muss über Sanierungsmaßnahmen erfolgen. Baulicher Wärmeschutz – Dämmung, neue Fenster etc. – verlangt erhebliche Investitionen und ist teilweise schwer wirtschaftlich darstellbar. Teilweise sind Maßnahmen gar nicht im hinreichenden Umfang möglich. Das gilt auch für den Austausch der Heizungsanlage, beispielsweise die Nutzung von Elektrowärmepumpen oder den Anschluss an Nah- oder Fernwärme.

Welche erneuerbare Energieform ist Ihrer Meinung nach die zukunftsträchtigste?

Klaus Heikrodt: Mit regenerativ erzeugtem elektrischen Strom haben wir die Möglichkeit einer CO2-freien Energieversorgung. Allerdings benötigen wir Stromspeicher. Mit Blick auf den Wärmemarkt können das neben den klassischen Batteriespeichern Wärmespeicher sein, auch in Form von Nah- und Fernwärmekonzepten. Power-to-Gas-Konzepte sind mit der bestehenden Erdgasinfrastruktur ebenfalls sehr gut im Wärmesektor umsetzbar.

Haben Öl- und Gas in der künftigen Energieversorgung noch eine Chance?

Klaus Heikrodt: Für die Energieversorgung des Gebäudesektors räume ich dem Heizöl keine nennenswerten Chancen ein. Mit der Nutzung von Erdgas fallen geringere CO2-Emissionen an. Erdgas hat eine umfangreiche Infrastruktur mit Gasspeichern und kann sukzessive mit regenerativen Gasen, also Wasserstoff und Methan aus Power-to-Gas-Konzepten und Biogasen ergänzt werden.

Prof. Dr.-Ing. Klaus HeikrodtErleben Sie Prof. Dr.-Ing. Klaus Heikrodt live als Referenten zum Thema „Zukünftige Energie- und Wärmeversorgung von Gebäuden“ auf dem Haustechniktag 2017 am 20. und 21. Juni in Mainz.