Interview zum Thema Insektenproteine als Nahrungsergänzungsmittel


Interview zum Thema Insektenproteine als Nahrungsergänzungsmittel

mit Charlotte Binder und Tim Dapprich vom Startup Isaac Nutrition

„Insekten überzeugen nicht nur durch ihren Proteingehalt, sondern liefern auch wichtige Ballaststoffe und enthalten 15 (!) Vitamine und Mineralstoffe in signifikanter Menge.“

Wie ist die Idee entstanden, ein Startup für Sportlernahrung aus Insektenproteinen ins Leben zu rufen?

Charlotte und ich sind seit unserer Kindheit begeisterte Sportler. Wir waren nie wirklich zufrieden mit dem Angebot an Sportlernahrung. Als wir von den unzähligen Vorteilen von Insektenproteinen erfuhren, war die Idee zu isaac geboren. Wir wollten Produkte entwickeln, die Funktionalität, Verträglichkeit und Nachhaltigkeit verbinden und die kein Chemiebaukasten sind. Das haben wir getan.

Welche Vorteile haben Proteine aus Insekten als Nahrungsergänzungsmittel?

Insekten bringen von Natur aus einen extrem hohen Proteingehalt mit. Unsere Buffalo-Würmer bestehen zu 62% aus Protein. Da das Protein tierischer Herkunft ist, ist es für den menschlichen Körper sehr gut verwertbar. Insekten überzeugen aber nicht nur durch ihren Proteingehalt, sondern liefern auch wichtige Ballaststoffe und enthalten 15 (!) Vitamine und Mineralstoffe in signifikanter Menge. Im Gegensatz zu Molke sind Insektenproteine allergenarm und sehr gut verträglich. Neben diesen vielen gesundheitlichen Vorteilen benötigen unsere Insekten aufgrund ihrer effizienten Aufzucht pro Kilogramm Protein 2000 mal weniger Wasser, 12 mal weniger Futter sowie 10 mal weniger Land als Rinder und stoßen dabei 100x mal weniger Co2 aus.

Wie sah die Zusammenarbeit mit dem Institut für nachhaltige Ernährung der Fachhochschule Münster aus?

Professor Guido Ritter und sein Team vom Institut für nachhaltige Ernährung der FH Münster war ein echter Glücksgriff für uns. Herr Ritter ist ein wichtiger Motor für die Etablierung von Insekten als Lebensmittel im Westen und hat uns sehr viele Türen geöffnet. Außerdem stand die FH uns mit geballter Expertise in den Bereichen Ernährungswissenschaften und Lebensmitteltechnologie zur Seite: Ein halbes Jahr lang haben wir gemeinsam zum Thema Insekten geforscht und eine wissenschaftlich fundierte Rezeptur für unser Proteinpulver entwickelt.

Haben Sie das Nahrungsergänzungsmittel auch mit Sportlern getestet?

Seitdem wir vor 2,5 Jahren die Idee zu isaac nutrition hatten, sprechen wir mit unserer Zielgruppe. Sehr schnell hatten wir erste Prototypen, die wir an Sportlern getestet haben. Aufgrund unserer begrenzten Budgets haben wir bisher allerdings keine medizinisch begleiteten Studien durchgeführt, sondern uns vor allem auf die Themen Sensorik und das subjektive Wohlbefinden unserer Tester konzentriert. Seit unserem Marktstart im April 2018 haben wir noch einmal sehr viele spannende Rückmeldungen von echten Kunden erhalten.

Wie war das Feedback der Testpersonen und Kunden?

Das Feedback unserer Testpersonen und Kunden ist sehr positiv. Vor allem das Thema Verträglichkeit wird immer wieder hervorgehoben (keine Hautunreinheiten, keine Bauchschmerzen). Ekel spielt entgegen vieler Erwartungen kaum eine Rolle – die sachlichen Argumente überzeugen einfach. Außerdem sind bei uns ja keine Insekten zu sehen, da wir ausschließlich mit der Pulverform arbeiten. Sogar einige Veganer zählen wir zu unseren Stammkunden.