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Cloud-Integration: Qualität durch Zertifizierung von Services und Partnern – Interview mit Olaf Mackens (Panasonic Business Support Europe GmbH)

12.02.2019IT & TelekommunikationCloud-Integration, Cloud, Rechenzentren, IT-Sourcing

Cloud-Services und -Anwendungen bilden einen integralen Bestandteil der Sourcing-Strategie. Die Herausforderung für Unternehmen liegt in der passgenauen Auswahl von Nutzungsmodellen, Services und Dienstleistern. Wie die Integration und Orchestrierung gelingt, berichtet Olaf Mackens (Panasonic Business Support Europe GmbH).

Aus welchen Gründen hat sich Panasonic für den Einsatz von Cloud Services entschieden?
Kostenoptimierung, Time to Market und die schnelle Integration von Kundenanforderungen sind wesentliche Antriebsfedern bei der Gestaltung der IT von morgen und der Auseinandersetzung mit Cloud-Modellen. On Premise erfordert langfristige Investitionsentscheidungen, die sich aufgrund immer schneller werdender Innovationszyklen als zunehmend kostspielig erweisen.

Noch vor fünf Jahren hatte Panasonic einen klassischen Rechenzentrumsbetrieb. Mit der Erweiterung und Differenzierung des Cloud-Marktes sowie dem Auftreten neuer Outsourcing-Partner ergaben sich erste Berührungspunkte. Der Zuwachs an Tier-3-Rechenzentren, die Möglichkeiten virtueller Umgebungen und das Pay-per-use-Modell waren Anstoß, über eine rein dedizierte Umgebung hinauszudenken und das gesamte Angebot an Cloud-Services in die Prüfung und den Abgleich zum eigenen Geschäftsmodell einzubeziehen.

Welche Herausforderungen bestehen durch die Nutzung der Cloud für Ihr Unternehmen?
Als internationaler Konzern, der an der Tokioter Börse im Nikkei 225 gelistet ist und SOX unterliegt, hat Panasonic den Compliance- und Sicherheitsanforderungen in besonderer Weise Rechnung zu tragen. Meine Funktionen in den Bereichen IT Governance, Risk and Compliance, IT Cross Function Planning bilden eine günstige Konstellation, um als Schnittstelle zu fungieren und beide Pole – Flexibilisierung und Kostensenkung einerseits sowie Compliance und IT-Sicherheit andererseits – in Einklang zu bringen.

Der Erfolg einer Cloud-Strategie misst sich darin, den passenden Leistungsschnitt für das eigene Business zu finden, d. h. geeignete Anwendungen und Systeme zu identifizieren, adäquate Nutzungsmodelle auszuwählen, Anbieter zu kombinieren und mit den Compliance- und Sicherheitsanforderungen abzugleichen.

Panasonic hat sich für den Best-in-class-Ansatz entschieden – das Beste der Welten zu kombinieren – und greift, angefangen vom eigenen Rechenzentrum für das B2B-Geschäft bis hin zur Public Cloud für Bedienungsanleitungen von Consumer-Geräten, auf alle verfügbaren Modelle und Nutzungsarten zurück.

Wie haben Sie Ihren Ansatz zur Integration und Orchestrierung bei Panasonic umgesetzt?
Panasonic hat eine eigene Matrix entwickelt, die weltweit Rechenzentren, Systeme und Applikationen klassifiziert. Aufgrund der Compliance und Sicherheitsanforderungen bildet der Schutzbedarf das zentrale Kriterium. Die europäische IT von Panasonic ist seit 8 Jahren ISO 27001 (ISMS) zertifiziert. Die ISO-Normen 27001 und 27017 (Cloud Services) bilden auch die Grundlage des Modells. Anhand des Schutzbedarfes (Verfügbarkeit, Vertraulichkeit, Integrität) werden Systeme und Anwendungen klassifiziert und mit weiteren Parametern, z. B. Deployment, ergänzt. Anhand der Matrix lassen sich mögliche Szenarien schnell identifizieren, um schließlich die Best-in-class-Lösung und den passenden Anbieter auszuwählen.

Wohin wird sich das Thema „Cloud“ Ihrer Meinung nach entwickeln?
Die Geschwindigkeit des Business und der Technologien wird sich weiter erhöhen. Sie verstärkt den Druck, IT auszulagern, um sich auf die optimale Unterstützung der Geschäftsprozesse und die Business-Modelle zu konzentrieren.

Ein spannendes Thema, das die Entwicklung der nächsten Jahre prägen wird, ist die Blockchain. Die Diskussion mit Cloud-Anbietern und die Suche nach Partnern steht noch am Anfang. Die Möglichkeit, einen gemeinsamen Cloudanbieter für die Blockchain zu gewinnen und eine europäische Installation zu erreichen, die GDPR-konform ist, würde neue Nutzungsmöglichkeiten eröffnen und das Vertrauen in die Technologie stärken.


Olaf Mackens
verantwortet als General Manager der zentralen IT-Einheit von Panasonic Europe die Bereiche IT Governance, Risk and Compliance sowie IT Planning and Communication. In dieser Funktion betreut er 42 Geschäftseinheiten von Panasonic in Europa und Russland zu den Themen Standardisierung, Konsolidierung, Weiterentwicklung der eingesetzten IT Systeme und Prozesse unter Berücksichtigung der regulatorischen Anforderungen.



Marcus Schwertz
ist als Senior Manager in der strategischen IT-Managementberatung tätig. Sein Schwerpunkt bei der LEXTA GmbH liegt im Sourcing. Zudem verantwortet er den Bereich IT-Compliance / Informationssicherheit / Datenschutz bei LEXTA.