Stellungnahme zum Coronavirus und Hygienekonzept bei Live Events

Der Boom der Onlineshops – Perspektiven für Projektentwicklungen

Im europäischen Handel kriselt es, die Wachstumsraten liegen um die 0%. Im E-Commerce-Bereich hingegen gab es im Jahr 2011 einen Anstieg von rund 18%. Der Online-Anteil liegt in Deutschland inzwischen bei 9% und sogar bereits bei 14% im Non-Food-Sektor. In UK liegt der Online-Anteil bereits bei 12% und insb. die Ausgaben pro Kopf sind mit EUR 937 schon deutlich höher als in Deutschland (EUR 549).

Die Logistik-Immobilie und der Boom der Onlineshops – Perspektiven für Projektentwicklungen

Größte Wachstumstreiber waren die Bereiche Sport, Bekleidung, Spielzeug, Elektronik, Medien, Möbel und Lebensmittel. E-Commerce reduziert sich folglich schon lange nicht mehr nur auf Bücher und DVDs. Vier der Top 20 Onlinehändler in Europa stammen aus Amerika (Amazon, Staples, Apple und Dell) und bestimmen ca. 27% des europäischen E-Commerce-Business. Der Druck auf den konservativen Handel (z.B. Neckermann, Otto) steigt weiterhin. Das Wachstum der Top 10 Onlinehändler in 2011 ist schneller als das Wachstum des Marktes selbst (23%). 44% der europäischen Top 400 Umsätze werden von den zehn größten Onlinehändlern generiert.

Logistik ist entscheidend für Kundenzufriedenheit

Die meisten Onlinehändler haben klein angefangen "in einer Ecke des Lagers" mit auf Logistikdienstleistern outgesourcten Prozessen. Die Logistik und das Fulfillment sind entscheidend für die Kundenzufriedenheit und das Wachstum, d.h. insb. die Verfügbarkeit der Waren auf Lager, gute Lieferzeiten (24h / “same day”) und Verlässlichkeit. Größere Player hingegen betreiben die Logistik meist inhouse. 1 Mrd. EUR Umsatz benötigt etwa 50.000- 100.000m² Lagerfläche. Allein die Top 400 Onlinehändler in Europa wachsen in 2013 um ca.15 Mrd. EUR und brauchen zusätzliche 1.000.000m² Logistik- und Lagerfläche.

Im Hauptteil geht der Vortrag auf die technischen Besonderheiten einer E-Commerce-Immobilie ein. Dazu gehören Mezzanine-Flächen, vor allem für die Retouren, sowie größere Büro- und Sozialflächen auf Mezzanine. Multi-Level-Pick-Tower-Anlagen maximieren die Raumausnutzung. Für die große Anzahl an Beschäftigten werden mehr PKW- und LKW-Stellplätze als gewöhnlich benötigt. Ein Turm und eine Brücke gewähren den Mitarbeitern einen sicheren Zugang zum Gebäude. Größere Außen-Betonflächen sind für die zahlreichen Wechselbrücken notwendig. Ferner ist die Durchschnittsgröße im E-Commerce-Business wesentlich größer als bei gängigen Logistik-Projekten. Dadurch ist eine große Fläche eine substanzielle Voraussetzung für Grundstück und Erweiterungsmöglichkeiten (> 15ha). Durch die enorme Anzahl an benötigten Beschäftigten sind eine stärkere Vernetzung des öffentlichen Nahverkehrs sowie die Nähe zu größeren Städten / Gemeinden geboten. Neue Lieferkonzepte (z.B. „Same Day Delivery“) erfordern auch eine gewisse Nähe zum Kunden. Ein hoher Warenumschlag verstärkt das Verkehrsaufkommen und den Lärm (v.a. durch Wechselbrücken). Das hohe Paketvolumen beeinflusst überdies auch die Immobilienstrategie der KEP-Dienstleister (z.B. DHL Paket-Hub-Projekt).

E-Commerce Wachstum und die Nachfrage nach adäquaten Lagerflächen

Der Vortrag (auf der Veranstaltung "Die Logistikimmobilie") schließt mit einer Fallstudie zu Amazon und Zalando sowie einem Ausblick. Demnach schürt das anhaltende Wachstum des E-Commerce die Nachfrage nach modernen und maßgeschneiderten Lagerflächen. Multichannel-Einzelhändler überdenken ihre Logistikkonzepte (Bündelung) zwecks Steigerung der Effizienz. Das Paketvolumen ist Auslöser für neue Konzepte und Gebäude-Layouts, vor allem bei den KEP-Dienstleistern. Neue Logistikimmobilientypen werden sich etablieren. Insgesamt bietet der E-Commerce ein enormes Marktpotenzial für Logistik-Immobilien-Entwickler auf der ganzen Welt.

 

Vortrag: Christof Prange, Goodman / Autor dieser Zusammenfassung:  Philipp Eisenberger, IREBS Immobilienakademie

Laden Sie sich hier die Zusammenfassung der Vorträge von der Veranstaltung Die Logistikimmobilie vom 4. und 5. Februar 2013 herunter!
 

Kontakt: Janina Schabelon, Konferenz-Managerin EUROFORUM