Stellungnahme zum Coronavirus

Die Welt verändert sich rasant. Und Ford verändert sich mit: Das Unternehmen wandelt sich vom reinen Automobil hersteller zum Anbieter von Fahrzeugen und innovativen Mobilitätsdienstleistungen. Dabei investiert Ford nicht nur in Vernetzung, selbstfahrende Autos oder Elektromobilität – sondern setzt in Deutschland jetzt sogar auf den Verleih von Fahrrädern.


von Steven Armstrong

Ich stehe gerne im Stau! Diesen Satz habe ich noch von niemandem gehört. Und doch gehört der Verkehrsstau heute zu unserem Alltag in den Städten unweigerlich dazu. Das kostet viel Zeit und Nerven. Und auch wenn viele ihr Auto und das Autofahren weiterhin von Herzen lieben – im erzwungenen Stillstand wird diese Leidenschaft bisweilen auf eine harte Probe gestellt. Aber ist der Stau vielleicht schon bald nur noch ein Relikt aus der Vergangenheit? Finden wir Lösungen, mit denen wir die individuelle Mobilität auf eine neue Grundlage stellen können? Und wie wird diese Mobilität der Zukunft genau aussehen?

Ehrlich gesagt: Niemand weiß das heute bereits mit letzter Sicherheit. Was wir aber wissen, ist: Der Wandel hat längst begonnen, er passiert jetzt. Es ist ein gewaltiger Umbruch, der uns alle betriff t und der vor allem durch die Digitalisierung bestimmt und beschleunigt wird. Für Autohersteller wie Ford ist das eine gewaltige Herausforderung, aber ebenso eine große Chance. Die individuelle Mobilität wird sich grundlegend verändern. Es werden neue Antriebstechnologien entwickelt, vor allem elektrische. Wir werden vermutlich mehr teilen, und weniger besitzen. Es wird Autos und Busse ohne Lenkrad und Pedale geben. Und auch die Vernetzung von Infrastrukturen und Fahrzeugen wird weiter zunehmen – und ganz neue Lösungen ermöglichen.

Ford wird aber auch in dieser Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Wir kennen uns schließlich aus mit dem Wandel, haben das Knowhow – und die Zukunft längst im Blick. So haben wir bereits eine Strategie für die nächsten Jahre entwickelt: unseren globalen Ford Smart Mobility Plan. Dieser Plan umfasst zum Beispiel Investitionen in die Elektromobilität – bis 2020 weltweit rund 4,5 Milliarden US-Dollar. Schon heute verkaufen wir in den USA mehr Plug-in-Hybride als alle anderen Hersteller und liegen bei den elektrifi zierten Fahrzeugen auf Platz zwei.

Unser Plan umfasst zudem neue Kooperationen, denn wir wissen: Kein Unternehmen, noch nicht einmal eine ganze Branche kann den Wandel alleine stemmen. Die Automobilindustrie braucht neue Partner und ebenso die Off enheit und den Mut, diese neuen Partnerschaften einzugehen – mit Unternehmen aus der Industrie ebenso wie aus neuen Branchen. Und auch Städte und Gemeinden werden zu Kooperationspartnern. Vor kurzem erst haben wir ein Joint Venture mit Audi, BMW, Daimler und Porsche gegründet, um ein ultraschnelles Hochleistungsladenetz in Europa aufzubauen – bis 2020 an rund 400 Standorten. Darüber hinaus produzieren wir mit der Deutschen Post künftig den StreetScooter Work XL – ein Elektrofahrzeug für den städtischen Lieferverkehr. Mit diesem Fahrzeug steigt das Gemeinschaftsprojekt zum größten Produzenten batterieelektrischer mittelschwerer Lieferfahrzeuge in Europa auf.

Bei der „neuen Mobilität“ geht es aber auch um die Nutzung von Daten. Mit Hilfe von neuen Softwarelösungen können wir unser Wissen über die Geographie einer Stadt zum Beispiel mit dem Wissen über die Bewegungen von Menschen, Gütern und Dienstleistungen durch diese Stadt verknüpfen. So könnten Pendler und Lieferfahrzeuge zum Beispiel effi zienter und schneller zum Ziel kommen. Mehr noch: Daten werden die unsichtbare Infrastruktur sein, die hinter all unseren zukünftigen Mobilitätsmöglichkeiten steht.

Auch alternative Mobilitätskonzepte spielen eine zunehmend wichtige Rolle. In Deutschland setzen wir sie sogar schon in die Praxis um: So ist Ford der erste Automobilhersteller, der sich in Europa an einem Bike-Sharing-Projekt beteiligt. Das ist vielleicht ungewöhnlich, beweist aber: Wir meinen es ernst mit dem Wandel. Und wir haben den Mut, ganz neue Wege zu gehen. Konkret stehen für unsere Kunden in Köln und Düsseldorf ab Mitte Oktober 3.200 Fahrräder zur Verfügung, die sie mittels einer speziellen App nutzen können. Entwickelt haben wir dieses Angebot zusammen mit der DB Connect, einer Tochter der Deutschen Bahn, mit der wir schon seit fünf Jahren erfolgreich beim Car-Sharing zusammenarbeiten. Für 100.000 Ford-Neuwagenkunden ist der „FordPass Bike“ übrigens ein Jahr lang kostenlos – vielleicht ja schon ein Einstieg zu mehr Bewegung im Alltag und zu einem staufreieren Arbeitsweg.

 

Steven ArmstrongSteven Armstrong
Aufsichtsratsvorsitzender
Ford-Werke GmbH

www.ford.de

 

 

 

Dieser Beitrag ist Teil der aktuellen Ausgabe des Handelsblatt Journals „Transformation now!“, das Sie hier erhalten können