Stellungnahme zum Coronavirus

Die Digitalisierung hat ihren Weg in alle Lebensbereiche gefunden. Dazu beigetragen haben insbesondere die Smartphones mit ihren Apps. Von den 76% der Deutschen, die ein Smartphone besitzen, sind insbesondere die 14 bis 29 Jährigen fast vollständig mit dem digitalen Helfer ausgestattet.


Damit ändert sich nicht nur das Kommunikationsverhalten und die Art der Wissensbeschaffung, sondern auch der Umgang mit der eigenen Gesundheit. Health-Apps sind ein wichtiger Bestandteil der App-Stores geworden, angefangen mit Fitness über Medizin bis hin zu therapieunterstützenden Apps. Die letztgenannte App-Kategorie nimmt schon etwa 10% des eHealth-Marktes ein.

Durch die dauernde Begleitung ist die Bindung zwischen Smartphone und Nutzer sehr stark und bei manchen auch stärker als die sozialen Beziehungen zur Umwelt. Dies haben auch einige App-Entwickler festgestellt und versuchen durch neue Anwendungen die psychische Gesundheit der Nutzer zu verbessern. Ein wichtiges Gebiet ist dabei das Krankheitsbild der Depression, bei der für eine Diagnose ein längerer Beobachtungszeitraum notwendig ist.

Wie den Nutzern geholfen werden kann, wollen wir am Beispiel dreier Anwendungen zeigen, die mit leicht unterschiedlichen Ansätzen und Angeboten vorgehen:

betterhealth

Das US-Portal betterhealth gibt es seit 2013 und beschäftigt sich mit allen Arten von mentalen Beschwerden. Dazu werden gut ausgebildete Experten angeboten, die den Patienten zur Verfügung stehen. Um die Zuordnung genau vorzunehmen, gibt es am Anfang einen Test. In diesem Test wird dann festgestellt, welcher Lebensbereich verbessert werden soll und welcher Arzt dafür der Beste ist. Die Probleme können bei Stress beginnen und bei Depression und Sexualitätsproblemen enden. Der Kontakt erfolgt über eine Website oder per App, so dass sowohl Chatten als auch Video-Call möglich ist. Sollte man mit seinem Berater nicht zufrieden sein oder passt die Chemie nicht, kann man auch einen neuen Berater aussuchen.

selfapy

Das deutsche Start-Up selfapy bietet einen ähnlichen Ansatz wie betterhealth, indem ebenfalls durch einen Test eine Symptomfeststellung erfolgt. Der Fragebogen wurde in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf entwickelt und behandelt die klassischen psychologischen Themen wie Depression, Burnout oder Ängste. Nach dem Fragebogen können Online-Kurse helfen, psychische Probleme zu lösen, oder man bucht die umfangreichere Variante mit einer individuellen Beratung. Ein großer Vorteil liegt in der geringeren Hemmschwelle, einen ersten Test zu machen, anstatt einen Psychologen aufzusuchen.

ARYA

Das Konzept von ARYA befindet sich erst noch in der Entwicklung, doch der gut gestaltete Mood Tracker zeigt, in welche Richtung das Start-Up gehen will. Der Mood Tracker dient zur Aufzeichnung der eigenen Lebenswelt und den damit verbundenen Gefühlen. Die Macher sehen einen Vorteil in der Diskretion, da der Nutzer die Daten erst mal für sich aufzeichnet. Auch eine grafische Analyse durch Diagramme ist für die Nutzer möglich. Im nächsten Schritt soll die Möglichkeit bestehen, die Daten an einen Therapeuten zu senden und mit diesem in Kontakt zu treten. Ebenfalls geplant ist eine Funktion, um mit anderen Betroffenen zu kommunizieren und sich so gegenseitig zu helfen.

Wichtig bei allen drei Anwendungen ist die Aussage, dass diese im Falle schwerer Erkrankungen eine wirkliche Therapie nicht ersetzen können, sondern dann vielmehr als Unterstützung dienen. Trotzdem zeigen die Ideen, welche Möglichkeiten es gibt, damit Betroffene flexibler mit ihrer Erkrankung leben und arbeiten können.