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Mehrwert, Potential und Herausforderungen von Mobile Payment

Mobile Payment soll das Leben vereinfachen. Wir haben Andre Standke, Geschäftsführer von Dr. Thede Consulting, im Interview nach dem aktuellen Stand der Dinge im Mobile Payment und den Herausforderungen der Anbieter befragt.

Was raten Sie den zahlreichen Anbietern von Mobile Payment Verfahren? Interview mit André Standke, Geschäftsführer, Dr. Thede Consulting GmbH

Herr Standke, wann und was haben Sie zuletzt mit Ihrem Smartphone bezahlt?

Im stationären Handel am letzten Samstag bei einem lokalen REWE-Markt. Zumindest habe ich dort versucht Yapital zu nutzen, was aber leider nicht möglich war. Sonst nutze ich mein Smartphone sehr häufig zum Bezahlen, z. B. für Downloads bei iTunes oder auch bei Reisebuchungen über die in den Apps hinterlegten Zahlungsinformationen.

Wie hat das Personal an der Kasse reagiert?

Ablehnend und irritiert – Von Yapital hat die Kassiererin bislang noch nichts gehört; ob ich nicht doch lieber bar bezahlen wolle? Am Ende durfte ich dann wenigstens meine Debitkarte nutzen.

Wenn ich nun in Düsseldorf durch die Fußgängerzone laufe und andere Passanten nach Mobile Payment frage, was glauben Sie würde ich für Antworten bekommen?

Die Wahrscheinlichkeit, einen aktiven Mobile Payment Nutzer auf Düsseldorfs Straßen zu treffen ist ungefähr so groß, wie eine Neuauflage des Champions League-Finals zwischen Bayern und Dortmund – durchaus möglich aber nicht unbedingt zu erwarten.  Ich würde mit Antworten wie „Bezahlen mit dem Smartphone – sind meine Daten sicher?“ oder „Ich habe in der Presse von Apple Pay gehört, aber keiner weiß bislang wann es nach Deutschland kommt“ rechnen. Vielleicht treffe ich ja auch auf einen Vodafone-Mitarbeiter, der die hauseigene Wallet kennt und aktiv nutzt…

Ich kann mir auch vorstellen, dass viele Endverbraucher sich die Frage stellen‚ warum sie überhaupt mit dem Smartphone zahlen sollten‘. Was muss Ihrer Meinung nach im Markt passieren, damit es auf diese Frage eine einfache Antwort gibt?

Die Kunden erwarten, dass das Bezahlen mit Mobile Payment ihr Leben vereinfacht und ihnen einen Mehrwert liefert. Das häufig genannte Argument, dass man seine Geldbörse zu Hause lassen kann, ist dabei nicht ausreichend – eine flächendeckende Mobile Payment-Akzeptanz ist in Deutschland noch Zukunftsmusik. Der Schlüssel zum Erfolg ist vielmehr die Kombination aus Payment und Mehrwertleistungen z.B. Sofortrabatten, Bonus-/Treuepunkten oder beispielsweise einem digitalen Kassenbon in einer App. Auch die Integration von Payment in mobile Geschäftsmodelle bieten sich an, wie wir sie zur Zeit beispielsweise bei vielen Mobilitätsdienstleistern sehen. Nur wenn Mobile Payment den Kunden einen echten Mehrwert gegenüber Bargeld und auch Kartenzahlungen liefern kann, dann wird er Mobile Payment auch aktiv zu nutzen.

Was raten Sie den zahlreichen Anbietern von Mobile Payment Verfahren?

Wir diskutieren in der Branche zu viel über Technik, Regulation und Machbarkeiten. Aber was möchte der Kunde wirklich? Wir müssen uns als gesamte Branche viel stärker in die Rolle der Anwender hineinversetzen und das “neue“ Erlebnis beim mobilen Bezahlen in den Vordergrund stellen. Wo stiftet Mobile Payment Nutzen? Und wir müssen es schaffen, Anwender und Händler von diesen Mehrwerten zu überzeugen. Das System „Papier“ und „Münze“ funktioniert weltweit, da gibt es einen Standard. Solange dieser für Mobile Payment nicht absehbar ist, müssen wir alle gemeinsam erklären, wie Mobile Payment funktioniert - und die Kunden sowie insbesondere das Personal an der Kasse dabei mitnehmen. Mobile Payment löst in Deutschland kein akutes Problem. Wir müssen uns vor allem auf die Sicht des Kunden fokussieren. Wo hat der Kunde Bedarf für neue Lösungen? Und wo erlebt der Kunde das „Wow“?

„Mehr Mobile Payment? Weitergehende Informationen zu Mobile Payment Trends und deren Auswirkungen auf die Marktteilnehmer finden Sie im TC PAYMENT REPORT 2014 der Dr. Thede Consulting GmbH.“

Die Einführung von Apple Pay ist ein wichtiger Schritt, um die Diskussion weg von Ökosystemen und Business Cases hin zum Kundenerlebnis an der Kasse zu bringen. Der Fingerabdruck ersetzt hier die Eingabe der PIN bzw. die Unterschrift auf dem Kassenzettel, so dass die Abwicklung für den Kunden sehr schnell und bequem funktioniert. An dieser Usability werden sich alle anderen Lösungsanbieter messen lassen müssen. Es bleibt dabei spannend abzuwarten, wann und wie Apple Pay in Deutschland umgesetzt wird. Es könnte in jedem Fall für ein „Wow“ bei den Kunden sorgen – das hat Apple ja schon mit anderen Produkten gezeigt.

Zum Abschluss eine Frage, die vielleicht nicht auf den ersten Blick mit Mobile Payment zusammenhängt: Wie schätzen Sie das Potenzial digitaler virtueller Währungen ein (z. B. Bitcoin)?

Die virtuellen Währungen müssen für ihre „Massentauglichkeit“ noch den nachhaltigen Vertrauensbeweis erbringen. Im Moment sind diese Währungen in meiner Wahrnehmung sehr spekulativ und für den Endverbraucher in Bezug auf Sicherheit und Transparenz sehr schwer zu bewerten. Gerade in Deutschland glaube ich nicht an einen schnellen Markterfolg, da die wesentlichen Kundenanforderungen nach Sicherheit und Transparenz nicht erfüllt werden.

Interviewpartner: André Standke, Geschäftsführer, Dr. Thede Consulting GmbH

Kontakt: Frederic Bleck, Senior-Konferenz-Manager EUROFORUM | XING

Interviewpartner: Prof. Dr. Jürgen Bott, Professor für Finanzdienstleistungen, Fachhochschule Kaiserslautern,

Das Interview führten:

Frederic Bleck, Senior-Konferenz-Manager,  EUROFORUM  | XING

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Interviewpartner: Prof. Dr. Jürgen Bott, Professor für Finanzdienstleistungen, Fachhochschule Kaiserslautern,

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Frederic Bleck, Senior-Konferenz-Manager,  EUROFORUM  | XING

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Interviewpartner: Prof. Dr. Jürgen Bott, Professor für Finanzdienstleistungen, Fachhochschule Kaiserslautern,

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