Banking neu denken: Die Möglichkeiten von PSD2 und Open Banking


Oliver Dlugosch

Die Art der Kollaboration wird darüber entscheiden, wie das Banking der Zukunft aussehen wird und welche Rolle Banken darin spielen werden.

Es ist unbestritten, dass die PSD2, die offiziell Anfang 2018 in Kraft trat, eine Zäsur im Banken- und Finanzsektor darstellen wird. Und nun wird es ernst in der Umsetzung: Ab 14. März 2019 müssen Banken und Zahlungsdienste eine Testumgebung (Sandbox) und die dazugehörige technische Dokumentation der Schnittstelle (API) für Kontoinformationsdienste (AISP/KID) und Zahlungsauslösedienste (PISP/ZAD) zur Verfügung stellen.

Die Schnittstelle und damit der Zugang zum Konto für Dritte ebnet das Spielfeld zwischen traditionellen Finanzdienstleistern und Disruptoren, wie Fintechs. Ziel der PSD2 ist es, durch Open Banking den Wettbewerb für alle Teilnehmer zu gleichen Bedingungen zu ermöglichen und damit den Raum für technische Innovationen zu schaffen. Weitere Ziele, die sich daran anschließen, sind reduzierte Gebühren und Kosten, verbesserter Kundenservice, höhere Kontrolle der Daten und die verstärkte Teilhabe von Bürgern am digitalen Banking. Die Regulierung erwartet dabei immer höchste Sicherheit (wie durch die vorgeschriebene starke Kundenauthentifizierung) sowie den Einklang mit der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO/GDPR).

PSD2 verändert das Rahmenset für Banking: Die Zukunft der Banken

Mit diesen regulatorischen Änderungen wird das Banking, wie wir es kennen, verschwinden. Neben der Regulierung, der stattfindenden Digitalisierungswelle und dem belastenden Niedrigzinsumfeld kommen auch die veränderten Erwartungen der digitalen Generation an Bankgeschäfte hinzu. Damit brechen für Banken alte Wertschöpfungsketten auf, neue Netzwerke entstehen und digitale Innovationen werden das Banking revolutionieren. Das führt dazu, dass Banken innovationsgetrieben agieren müssen, neue Allianzen schließen werden sowie smarte Technologien einführen und vieles mehr. Die Frage, die sich gerade Banken stellen müssen lautet deshalb: „Welche Rolle nehmen wir in dieser veränderten Zukunft ein“?

Die Voraussetzung: auf die Disruption einstellen und sie annehmen

Die wichtigste Lektion: Kunden kaufen Bankprodukte nicht mehr automatisch bei ihrer Hausbank, sondern dort, wo sie die besten, günstigsten und smartesten Produkte – und ganz entscheidend – im richtigen persönlichen Kontext bekommen. Disruption hat schon viele Branchen betroffen, beispielsweise Fluglinien, Verlage und die Musikindustrie. Speziell für das Banking bedeutet Disruption – neben der technischen Entwicklung – vor allem die Entkoppelung des Produktanbieters von seinen Kunden. Darauf müssen sich die Banken einstellen: Digitales Banking findet dort statt, wo es der Kunde gerade benötigt: Das maßgeschneiderte Leasing-Angebot im Online-Gebrauchtwagenportal, der Sofort-Kredit beim Kauf von Elektronik direkt am Point of Sale und vieles mehr. Die PSD2 hat durch die Öffnung des Zugangs zum Bankkonto für Drittanbieter das Open Banking zum Ziel. Banken, die erkennen, dass Open Banking der Schlüsselfaktor im digitalen Bankwesen sein wird, werden die Disruption nicht nur überleben, sondern gestalten. Sie sehen Open Banking als Bereicherung und kombinieren ihre Daten mit den Analysemöglichkeiten und den Angeboten digitaler Unternehmen.

Echte Mehrwerte und hohes Innovationstempo im Sinne des Kunden …

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https://nextdigitalbanking.com/rethinking-banking

Autor: Oliver Dlugosch, CEO NDGIT GmbH