#rethinkimmo-Interview:
Karl Friedl (IG Lebenszyklus Bau)


Karl Friedl Interview

Herr Friedl, wenn Sie den Lebenszyklus in Bedarfserfassung, Planung, Bau und Betrieb betrachten, an welchen Übergängen sind die Schnittstellenverluste am größten?

Karl Friedl: Die Leistungen des Bauherren in der frühen Projektphase zur Bedarfserfassung sind für die lebenszyklusorientierte Performance des Gebäudes verantwortlich. Der Schnittstellenverlust zwischen der Bedarfsplanung und der Planung stellt demnach die größte Herausforderung dar.

Für welchen Teilbereich im Lebenszyklus würden Sie in der Digitalisierung der Branche das größte Potential sehen?

Karl Friedl: Die Grundlagen für erfolgreiche Bauprojekte in einer digitalen Wirtschaft sind in den drei Säulen der IG Lebenszyklus Bau zusammengefasst: lebenszyklusorientierte Prozesse, eine partnerschaftliche Kultur und eine ergebnisorientierte Organisation.
Neben massiven Optimierungschancen von Planungs- und Errichtungsprozessen sehe ich das größte Chancenpotential für Nutzer und Investoren. Größere Transparenz, Kostensicherheit, vorhersehbare Wartungs- und Instandhaltungszyklen sind nur einige Vorteile die sich daraus ergeben.

Braucht die Immobilienwirtschaft einen Kulturwandel im Bereich „Kooperation zwischen den Gewerken“?

Karl Friedl: In jeder Unternehmung aber auch in jedem Projekt prägt die Projektkultur die Identität und das tägliche Miteinander. Der Weg muss von einer Misstrauens-geprägten Projektkultur hin zu einer Vertrauenskultur gegangen werden. Nur so kann das Chancenpotential der Digitalisierung – simultanes Engineering – gehoben werden.

Karl Friedl (IG Lebenszyklus Bau) ist Sprecher bei
Rethinking Real Estate im Februar 2019 in Düsseldorf.