#rethinkimmo-Interview:
Prof. Christoph M. Achammer (ATP architekten ingenieure)


Wenn Sie den Lebenszyklus in Bedarfserfassung, Planung, Bau und Betrieb betrachten, an welchen Übergängen sind die Schnittstellenverluste am größten?

Die Schnittstellenverluste der Information sind bei allen Übergängen und auch innerhalb der einzelnen Abschnitte beträchtlich. Natürlich sind die Auswirkungen umso größer, je früher sie im Gesamtprozess erfolgen. Die Abschnitte Bedarfserfassung und Planung können mit nur 2 % der Lebenszykluskosten fast 50 % derselben maßgeblich beeinflussen.

Für welchen Teilbereich im Lebenszyklus würden Sie in der Digitalisierung der Branche das größte Potential sehen?

Aufgrund der Verteilung der Lebenszykluskosten ist das absolut größte Potential im Abschnitt des Betriebs eines Gebäudes zu heben. Darüber hinaus gehe ich aber davon aus, dass im Planungs- und Errichtungsprozess, bei dem heute bis zu 50 % Verschwendungspotential akzeptiert werden, dramatische Verbesserungen durch die Digitalisierung der Prozesse möglich sind.

Braucht die Immobilienwirtschaft einen Kulturwandel im Bereich „Kooperation zwischen den Gewerken“?

Selbstverständlich. Die Planungs- und Bauindustrie hinkt nicht umsonst allen anderen Industriezweigen in punkto Produktivität deutlich hinterher. Die Voraussetzung für erfolgreiche Implementation und Veränderung über Digitalisierung ist ein deutlicher Kulturwandel bei allen Beteiligten. Die Kompetenzen Kollaboration und Kommunikation müssen diesen Kulturwandel von einer aktuellen arbeitsteiligen Kontrollkultur, zu einer zukünftigen integralen Vertrauenskultur verändern.