#rethinkimmo-Interview:
Sandra Willige (Commerzbank)


Wenn Sie den Lebenszyklus in Bedarfserfassung, Planung, Bau und Betrieb betrachten, an welchen Übergängen sind die Schnittstellenverluste am größten?

Aus meiner persönlichen Erfahrung bei der Übergabe vom Bau an den Betrieb.

Für welchen Teilbereich im Lebenszyklus würden Sie in der Digitalisierung der Branche das größte Potenzial sehen?

Ich empfehle das Potenzial über den gesamten Lebenszyklus zu sehen. Digitale Pläne helfen bei der Planung, z.B. im Flächenmanagement, und können später z.B. zur Inhouse Navigation genutzt werden. Der Zugriff auf verbaute technische Gebäudeausstattung erleichtert u.a. Störbeseitigung, Wartung, Inspektion oder auch Ersatzteilbestellung. Dazu wird Augmented Reality und Artificial Intelligence in der Zukunft die Art und Weise des Betriebs verändern.

Braucht die Immobilienwirtschaft einen Kulturwandel im Bereich „Kooperation zwischen den Gewerken“?

Absolut, ja! Aristoteles sagte ja schon: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Das fängt meines Erachtens bei der Bedarfsermittlung des Nutzers noch vor der Standort-/Gebäudeauswahl an. Erfordert dann eine intelligente, durchdachte Planung, deren bauliche Umsetzung und last but not least die ordentliche Übergabe an den Betrieb. Oder anders: Wenn Nutzer, Asset Manager, Planer, Bau und Betrieb nicht von Beginn an miteinander sprechen und verstehen ist die Wahrscheinlichkeit eines suboptimalen Ergebnisses, sprich Unzufriedenheit, größer.

Sandra Willige (Commerzbank) ist Sprecherin bei
Rethinking Real Estate im Februar 2019 in Düsseldorf.