White Label Direktvermarktung (EEG, KWK & PPA) für Stadtwerke

Florian Vetter, Head of Sales, Virtuelles Kraftwerk der EnBW

Energieversorger müssen sich bereits heute einer Vielzahl von komplizierten und individuellen Prozessen stellen. Ein Beispiel ist die Direktvermarktung von Photovoltaikanlagen. Meist sind Stadtwerke ein erster Ansprechpartner. Mit einer neuen digitalen Plattform, dem Interconnector energyhub, hat das Virtuelle Kraftwerk der EnBW AG die Lösung für diese kleinteiligen, komplizierten und zeitaufwendigen Prozesse geschaffen.

Im kommenden Jahr feiern erste Erneuerbare-Energien-Anlagen ihr 20-jähriges Jubiläum im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die wachsende Dynamik der aus dem EEG fallenden Anlagen wird weiterhin stetig zunehmen. Grund zur Freude gibt es für die Besitzer dieser Anlagen jedoch nicht: Denn damit entfällt zum ersten Mal die seit dem Jahr 2000 garantierte Einspeisevergütung durch das EEG. Für alle Betroffenen stellt sich nun die Frage: Weiterbetrieb oder Repowering? Meist dürfte dabei die Entscheidung auf den Weiterbetrieb der Anlagen fallen, schließlich sind diese finanziert und abgeschrieben. Der nächste Schritt ist die Realisierung eines möglichst hohen Eigenverbrauchs. Ist dieser nicht oder nur zum Teil möglich, benötigen Anlagenbesitzer eine Erlösmöglichkeit für die Netzeinspeisung ihres Stroms. Hierzu müssen Anlagenbetreiber ihren Strom an einen Abnehmer verkaufen. Man spricht von der „sonstigen Direktvermarktung“ oder Power Purchase Agreements (PPAs).

Insbesondere für Energieversorgungsunternehmen (EVU) eröffnet sich durch diese Entwicklungen ein weitestgehend unbesetzter Markt mit lukrativen Aussichten. Denn sie sind i.d.R. der erste Ansprechpartner für Anlagenbetreiber. Diese jedoch schon proaktiv anzusprechen gestaltet sich für EVUs als noch effizienter. Denn wechselt der Anlagenbetreiber freiwillig vor Auslaufen der EEG-Förderung in die EEG-Direktvermarktung, können durch die zusätzlichen Erlöse die Kosten für die Fernsteuerbarkeit der Anlage schon amortisiert werden. Außerdem ist die Anlage auf das Auslaufen der Förderung vorbereitet. Sie muss dann nur noch von der EEG-Direktvermarktung in die sonstige Direktvermarktung wechseln.

Modulare Plattformen
Die Direktvermarktung des Interconnector energyhub bietet EVUs und Stadtwerken eine einfache Lösung für ihre Kunden. Die energiewirtschaftliche Abwicklung und Vermarktung als White-Label erfolgen im Hintergrund durch Experten. EVUs und Stadtwerke halten weiterhin die Kundenbeziehung. So können sich Unternehmen auf ihr Kerngeschäft konzertieren und gleichzeitig ist für die optimale Bewirtschaftung der Anlagen gesorgt. Entscheidend für die wirtschaftliche Vermarktung kleiner und mittlerer Erzeugungsanlagen ist die Automatisierung der Prozesse und ein möglichst hoher Anteil des „Self-Service“ der Kunden. Hier setzen die Tools des Interconnector energyhubs an: Diese automatisieren mit Content, Erlösrechnern, Angebotsstrecken und einem interaktiven Partner- sowie Kundenportal sämtliche Pre- und Aftersales-Prozesse. Und das im Look & Feel des Partners.

Abbildung: Tools zur Automatisierung und Digitalisierung der Customer Journey

Zu diesem Thema hält Florian Vetter auf der Stadtwerke Tagung am Dienstag, 07. Mai einen Vortrag auf der Silent Stage