Villnow

Interview mit Klaus Villmow (CST energy services)

Klaus Villmow ist Ansprechpartner für Consulting und Akademie bei der CST energy services GmbH und hat uns im Rahmen der Stadtwerke-Tagung 2019 ein Interview gegeben.

Welches sind aus Ihrer Sicht die drei größten Herausforderungen für die Stadtwerke-Branche in den kommenden 12 Monaten?

Klaus Villmow: Die Anpassung der Geschäftsmodelle an die Energiewende muss gestemmt werden. Die Digitalisierung der Infrastruktur wird die Stadtwerke vor die Probleme der Datenhaltung und -verarbeitung stellen. Die Arbeitsfelder werden damit komplexer und anspruchsvoller. Einher geht damit die Steigerung der Effizienz in den Prozessabläufen. Hier haben vor allen Dingen kleinere Stadtwerke einen großen Nachholbedarf. Außerdem muss der Wissensaufbau bei den Mitarbeitern Schritt halten.

Smart City ist in aller Munde: Welchen Beitrag können Stadtwerke dazu leisten? Wie muss eine Zusammenarbeit aussehen und welches sind die ersten Schritte dahin?

Klaus Villmow: Stadtwerke haben das Know-how große Datenmengen zu verarbeiten und die entsprechende Infrastruktur diese auch zu transportieren.  Außerdem können sie urbane Projekte wie Quartierslösungen, E-Mobilität, Smartes Energiemanagement oder Fernwärmeausbau umsetzen. Erste Schritte sind eine Vernetzung mit der Kommune, ansässigen Unternehmen aber auch Bildungseinrichtungen und Bürgerplattformen. Das ist wichtig um die Bürger mitzunehmen, um sie mit ausgeprägter Nutzerfreundlichkeit und unmittelbar erkennbaren Mehrwerten zu überzeugen. Dieses Netzwerk sollte eine Digitalisierungsstrategie entwickeln, das als Leitfaden für die anstehenden Maßnahmen dienen sollte. Weiterhin muss eine digitale Infrastruktur aufgebaut werden.

Ein partnerschaftliches Miteinander ist in Zeiten der Energiewende nicht mehr weg zu denken. Wer sind Ihrer Meinung nach die Partner der Stadtwerke in Zukunft und was ist bei einer Kooperation besonders zu beachten?

Klaus Villmow: In erster Linie sind die Kommunen und die Bürger Kooperationspartner, diese müssen mit innovativen Maßnahmen zur Bürgerbeteiligung oder der Lösung von projektspezifischen Problemstellungen überzeugt werden. Außerdem werden die Stadtwerke durch Technologie- und Prozesspartner unterstützt, um Innovationen effizient umsetzen zu können. Dabei ist auf eine faire und vertrauliche Zusammenarbeit zu achten, die in allen Teilen der Gesellschaft zu einer Akzeptanzsteigerung führt.

Auf der Stadtwerke-Tagung haben Sie eine Breakout Session geleitet. Was waren für Sie die wichtigsten Erkenntnisse und Learnings?

Wichtig war das Schaffen einer lebendigen Atmosphäre, somit kam ein Austausch von Ideen und Meinungen zustande. Der Ansatz Denkanstöße zu geben sollte immer im Vordergrund stehen, denn dann gibt es auch eine Diskussion nach der Session.

 

Sponsored Article