Experten-Interview Christoph Kögler


Christoph Kögler

1. Meine derzeitige Position und Aufgabe:
Als Leiter des zentralen Bereiches Innovation bin ich verantwortlich für die nachhaltige Entwicklung der Top-Zukunftsthemen der T-Systems MMS. Dafür manage ich ein Portfolio strategischer Innovationsprojekte in enger Abstimmung mit den Geschäftsbereichen und der Geschäftsleitung.

Außerdem bin ich verantwortlich für das Innovationsmanagement in der T-Systems MMS: Dafür entwickeln mein Team und ich die eingesetzten Methoden und Werkzeuge weiter und coachen Intrapreneure und Innovationsteams innerhalb und außerhalb der Organisation.

2. Mein Einstieg in die Straßenbeleuchtung erfolgte:
Mit einem der aktuellen strategischen Innovationsprojekte der T-Systems MMS, Smart City: Darin entwickeln wir innovative Lösungen für Smart Parking, Smart Street Lighting und Smart Mobility. Wir verstehen uns als kompetenter Wegbegleiter für den digitalen Wandel in der öffentlichen Infrastruktur und arbeiten dabei in führender Position mit vielen Partnern zusammen, unter anderem Leuchtenherstellern sowie Softwareplattform- und Sensoriklieferanten.

3. Wenn ich mich mal nicht mit der Straßenbeleuchtung beschäftige, findet man mich:
Entweder auf einem internationalen Kongress als Speaker und Evangelist für Innovation, bei einem Startup-Unternehmen als Coach oder auf der Bühne eines Rockkonzertes als Lead-Gitarrist der Band T-Rock.

4. Folgenden Lied-, Buch- oder Filmtitel verbinde ich derzeit mit der Straßenbeleuchtung:
Auf jeden Fall „Innovation: The Five Disciplines for Creating What Customers Want“ von meinen SRI-Kollegen Curtis Carlson und Bill Wilmot, weil die Branche nach meinem Gefühl gerade bei den Themen Straßenbeleuchtung und Smart City aktuell oft die Kunden vergisst, die dafür am Ende bezahlen sollen. Und natürlich „Let There Be More Light” – meine erste, noch recht verstörende und deshalb unvergessene Erfahrung mit der Musik von Pink Floyd.

5. Die größten aktuellen Herausforderungen für die Straßenbeleuchtung bis 2020 sind:
Zum einen dürfen wir die Chance nicht verpassen, mit dem aktuellen laufenden Wechsel zu LED-Leuchtmitteln auch gleich die Grundlagen für eine Smart-City-Kommunikationsinfrastruktur zu legen. Das bedeutet, nicht nur die Leuchtmittel auszutauschen, sondern bei dieser Gelegenheit auch gleichzeitig Sensoren und Netzwerkkomponenten zu verbauen oder wenigstens vorzusehen. Anderenfalls fallen wir bei den in Deutschland üblichen Investitionszyklen auf lange Sicht weit hinter unseren europäischen Nachbarn und im globalen Wettbewerb zurück. Zum anderen wie oben angedeutet die Geschäftsmodelle: Hier gibt es noch zu viele Akteure im Markt, denen es nur darum geht, Fördermittel des Bundes und der EU abzugreifen. Stattdessen müssen wir nachhaltige Geschäftspotentiale für alle Beteiligten erschließen.

6. Welche Rolle wird die Straßenbeleuchtung in der Stadt 2030 spielen?
Ehrlich gesagt: Keine Ahnung. 15 Jahre sind eine lange Zeit, gerade in meiner Branche. Sicher bin ich mir, dass das allgegenwärtige Internet der Dinge 2030 nicht nur Realität geworden sein wird, sondern unsere heutigen Vorstellungen wahrscheinlich noch weit übertreffen wird. Und öffentliche Infrastruktur wie Straßenbeleuchtung wird dabei bestimmt nicht ausgeschlossen sein.

7. Die Digitalisierung bedeutet für die Straßenbeleuchtung:
Mehr Lebensqualität, schonenderer Umgang mit natürlichen Ressourcen und völlig neue Geschäftspotentiale.

8. Mit meinen Kollegen möchte ich auf der Tagung diskutieren über:
Potentielle Kunden und deren wichtigste Probleme, nachhaltige Geschäftsmodelle für das Internet der Dinge im öffentlichen Raum und welche Aufgaben wir als Systemintegrator dabei übernehmen können. Und wer für Pink Floyd bedeutender war: Roger oder David 😉

9. In meinem Vortrag erfahren Sie:
Warum Straßenlampen nicht nur einfach leuchten sollten, was das Internet für den öffentlichen Raum bedeutet und welches die wirklich lohnenden Geschäftspotentiale dabei sind.