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Wohnungswirtschaftliche Prozesse

Prozesse im Dornröschenschlaf – ungenutzte Potenziale in der Wohnungswirtschaft

Sollte es sie überhaupt irgendwann gegeben haben, dann sind sie jetzt endgültig vorbei: die Zeiten, in der die Wohnungswirtschaft digitale Trends aus der Ferne betrachten und erst später darauf reagieren konnte. Heute nämlich spüren Wohnungsunternehmen Druck von allen Seiten – von der Politik, von ihren Kunden und nicht zuletzt auch auf ihre Ertragsspannen. Dr. Christian Fahrner, Managing Director bei der Aareal Bank, erklärt, wie sie die Digitalisierung ihrer Prozessen nutzen und damit den wachsenden ökonomischen Herausforderungen begegnen können.

Autor: Dr. Christian Fahrner

Die Wohnungswirtschaft steht unter Handlungsdruck, bedingt durch eine ganze Reihe verschiedener Faktoren: Nicht nur der vielbeschriebene Fachkräftemangel setzt der Branche zu, sondern auch die zunehmende Verteuerung von Bauvorhaben, regulatorische Eingriffe wie etwa die Mietpreisbremse und nicht zuletzt auch ein sich änderndes Konsumverhalten, das Vermieter in Form einer sich ändernden – oft wachsenden – Anspruchshaltung ihrer Mieter zu spüren bekommen. Diese Herausforderungen aus verschiedensten Richtungen führen schon heute dazu, dass Wohnungsunternehmen nach Möglichkeiten suchen, ihre Kosten zu senken, die Erträge zu erhöhen und gleichzeitig den Bedürfnissen ihrer Kunden gerecht zu werden – eine Situation, die sich in Zukunft noch verschärfen dürfte.

Potenziale im Dornröschenschlaf
Die gute Nachricht lautet: Noch schlummern ungenutzte Potenziale im Dornröschenschlaf – und es ist Zeit, diese aufzuwecken. Als praktisches Beispiel aus dem wohnungswirtschaftlichen Alltag möchte ich den Umgang vieler Vermieter mit Kautionen nennen. Für die Kautionszahlung gibt es heutzutage eine breite Palette an möglichen Sicherheiten – doch diese kommen oft nicht bei den Mietern an.

Eine Umfrage von Civey im Auftrag der Aareal Bank (April 2020) unter mehr als 2.500 Teilnehmern zeigt, dass 33 Prozent von ihnen lieber eine Kautionsbürgschaft abschließen würden, als ihre Kaution bar zu bezahlen. 24 Prozent der Befragten gaben zudem an, dass sie noch nicht entschieden seien zwischen den beiden Optionen. Nur 43 Prozent der Befragten bevorzugten die – heute in der Wohnungswirtschaft dominierende – Barkaution. Diesen Bedarf gilt es zu erkennen und darauf zu reagieren: Auf die Wohnungsunternehmen wartet in einem (oft als grundlegend und auf den ersten Blick nicht allzu sehr verbesserungsfähigen) Prozess die große Chance, ihr Kautionsangebot zu erweitern und gleichzeitig einen wichtigen Servicewunsch ihrer Kunden zu bedienen.

Wohnungsunternehmen sind gefordert, ihren Mietern zukünftig ein höheres Maß an individuellen und digitalen Lösungsangeboten zu bieten, zeigt eine repräsentative Umfrage der Aareal Bank.
Wohnungsunternehmen sind gefordert, ihren Mietern zukünftig ein höheres Maß an individuellen und digitalen Lösungsangeboten zu bieten, zeigt eine repräsentative Umfrage der Aareal Bank.

Optimierte Prozesse, kreative Angebote – und ein offenes Ohr für Kunden
Auch in den kommenden Jahren wird die Wohnungswirtschaft weiter den oben genannten Entwicklungen ausgesetzt sein – dass der ökonomische Druck auf sie nachlässt, ist nicht zu erwarten. Umso mehr sind Wohnungsunternehmen deshalb jetzt gefragt: Sie sollten …

  1. … ihre Prozesse kritisch auf Ineffizienzen abklopfen und optimieren,
  2. … neue oder sich ändernde Kundenbedürfnisse erkennen und
  3. … diese in kreative Angebote und Geschäftsmodelle umsetzen.

Mit diesem Dreiklang können Wohnungsunternehmen einen zukunftsgerichteten Umgang mit den verschiedenen, auf sie einströmenden Herausforderungen finden – und letztere in spannende Chancen verwandeln.

Am Dienstag, 27.10., hält Dr. Christian Fahrner bei der WE.thinkfuture 2020 einen Impulsvortrag zum Thema „Kein Raum für ineffiziente Prozesse“.