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Potentiale alternativer Immobilien-Standorte

30.04.2015ImmobilienImmobilienstandort, Immobilienwirtschaft

B-Städte: Nicht mehr Fallen als in A-Immobilien-Standorten

Sieben Top-Immobilienstandorte in Deutschland gibt es – Und darüber hinaus eine ganze Anzahl sogenannter B-Städte. Standorte, die für Investoren mit vielen Unbekannten behaftet sind. Um das Potential dieser B-Standorte zu diskutieren und aufzudecken treffen sich in Wiesbaden Experten aus der Immobilienbranche. Den Vorsitz hat unser Interviewpartner Sven Carstensen, bulwiengesa AG.

B-Städte - Potentiale alternativer Immobilien-Standorte

Welche B-Stadt ist aus Ihrer Sicht die Stadt mit dem meisten Potential?

Das muss man differenziert betrachten. Bonn, Hannover, Nürnberg und Karlsruhe sind seit Jahren stabile Anker. Das Interesse an Leipzig, Dresden und Münster nimmt seit Jahren stetig zu. Jede Stadt hat ihre eigene Kernkompetenz und Story. Nürnberg und Bonn sind zum Beispiel die „Konzernstädte“, Hannover hat einen sehr ausgewogenen Branchenmix. Es gibt viele Städte mit viel Potential.

Sehen Sie die Markttransparenz als Minuspunkt für die B-Städte?

Auch hier muss man differenzieren. Die Städte Hannover und Nürnberg sind sehr transparent. Aber grundsätzlich ist die Markttransparenz in B-Städten nicht so ausgeprägt wie in A-Städten. Hier herrscht noch erheblicher Nachholbedarf und das ist ein Hemmnis für Investoren.

In Deutschland gibt es 7 A-Städte – im Vergleich zu UK und Frankreich viel. Reichen diese 7 Städte nicht?

Das Angebot an Core-Immobilien in A-Städten ist stark limitiert und deswegen liegen Renditen für Büro-Immobilien teilweise unter 4%. Investoren weichen daher auf stabile Nebenmärkte aus. B-Städte haben also ihre Berechtigung.

Denken Sie, dass das Interesse an B-Städten sinken wird, wenn das Zinsniveau wieder steigen wird?

Das Investoreninteresse korreliert natürlich mit dem Zinsniveau. Ich denke aber, dass eher die Verfügbarkeit von passenden Objekten in B-Städten der limitierende Faktor sein wird. Das Angebot an guten Objekten ist eher gering – die Diskrepanz zwischen Nachfragedruck und limitierter Produktverfügbarkeit wird daher auch mittelfristig für einen angespannten Markt sorgen.

Für wie riskant halten Sie Investments in B-Städte?

Hierbei muss man zwei Parameter betrachten: Lage und Größe. Ich habe beobachtet, dass in B-Städten oftmals kein Unterschied zwischen A- und B-Lagen gemacht wird. Wahrscheinlich weil man die Stadtstrukturen nicht gut genug kennt. Aber B-Lagen in B-Städten bergen ein höheres Risiko, genau wie in A-Städten. Außerdem muss man auch auf eine marktadäquate Objektgröße achten. Hierauf wird häufig von Investoren nicht ausreichend geachtet. Grundsätzlich gibt es viele Fallen, auf die man achten muss. Es gibt aber nicht mehr Fallen als in A-Städten, sie stehen nur woanders.

Interviewpartner: Sven Carstensen, Niederlassungsleiter Rhein/Main – NRW, bulwiengesa AG und Vorsitzender der Veranstaltung B-Städte am 30.Juni-01.Juli 2015 in Wiesbaden

Kontakt: Janina Schabelon, Senior-Konferenz-Managerin  EUROFORUM | XING