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„One more thing“: Apple revolutioniert den Musikmarkt 2.0

Zum Ende der zweistündigen Eröffnungs-Pressekonferenz der „Worldwide Developers Conference“ verkündet Apple „one more thing“. Wenig überraschend, verplapperte sich doch Doug Morris (Chef von Sony Music) bereits am Sonntag, stellte Apple die Einführung des Streamingdienstes Apple Music vor. Ein „Wendepunkt“, so Morris.

Streaming Music - Warum Apple an der Macht bleibt

Mit der Einführung des iPods und iTunes gilt Apple als Wegbereiter für eine neue Art des Musikkonsums – des Downloads. Klassische Tonträger, wie die Kassette sind schon lange vom Markt verschwunden und auch CDs finden immer weniger Anhänger. Lediglich die von vielen, als das wahre Hörvergnügen gelobte, Langspielplatte genießt heutzutage, nicht nur unter Nostalgikern, sondern auch in der Hippieszene, ihre Renaissance. Mit der flächendeckenden Einführung von Musikdownloads wurden diese Trends noch weiter verstärkt. Es ist einfach bequemer seine Musik mit ein paar Clicks runterzuladen, statt sich durch die Stadt zu hetzen. Doch auch die Zeit war gestern!

Downloadest du noch oder hörst du schon?

Der Musikfan von heute kauft und downloadet nicht mehr, sondern streamt. Marktführer Spotify und seine Konkurrenten bieten einen immer umfassenderen Service an. Bald sollen nicht nur Musik, sondern auch Filme und Serien über solche Streamingdienste verfügbar sein. Der Clou: Man kann online auf seine eigenen Playlisten zugreifen und muss die Musik nicht mehr herunterladen. Wenn man die Werbeunterbrechungen in Kauf nimmt, ist der Spaß sogar kostenlos. Parallel werden auch monatliche Abos angeboten, die nicht nur eine werbefreie Nutzung garantieren, sondern auch eine Offlinenutzung. Die Zustimmung für Streamingportale ist enorm. Allein Spotify hat 60 Millionen Nutzer, von denen 15 Millionen die kostenpflichtige Premiumversion nutzen.

Doch ist Apples Vorstoß wirklich so revolutionär?

Wirklich neu ist die Idee des Musikstreamings nicht. Daher wurde früher schon mit dem Eintritt Apples in diese Welt gerechnet. Und auch die Menge an verfügbaren Titel wird sich nicht von denen anderer Anbieter unterscheiden (30 Millionen Songs). Attraktiv könnte der neue Dienst vor allem für Familien sein. Bieten die anderen Anbieter nur Einzellizenzen für rund zehn Dollar an, so bietet Apple zudem noch eine Familienlizenz für fünfzehn Dollar, die von bis zu sechs Personen genutzt werden kann. Sicherlich ein großes Plus sind die angekündigten Playlisten, die von Musikexperten zusammengestellt werden sollen und nicht irgendeinem Algorithmus folgen werden.

Gut vorbereitet für Future Sales

Die über 800 Millionen registrierten Kreditkarten bei  iTunes sind sicherlich eine gute Grundlage für Apples nächsten Schritt. Es wird sich herausstellen, inwiefern diese 800 Millionen Nutzer auch potenzielle Kunden sein werden, denn Apple Music wird keine Gratisversion anbieten. Aufgrund der nicht unerheblichen Fangemeinde Apples, besteht die Möglichkeit, dass AppleMusic in kurzer Zeit zu dem Synonym für Musikstreaming aufsteigen könnte.

Fraglich, ob Apple die Streamingszene revolutionieren wird, aber mit Sicherheit verändern. Die Macht hat Apple. Alleine das Bewusstsein für die Alternativen der CD und des Downloads, wird sich sicherlich in den Köpfen der Menschen breitmachen. Ein weiterer Schritt Richtung „Goodbye CD“.

Autor: Frederik Schmitz, EUROFORUM | https://frederikschmitz.wordpress.com

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